Samstag, 16. Juni 2007

"Domglocken statt Muezzin": Strache als "Ehrengast" bei Anti-Moschee-Demo in Köln!

  • Strache ortet diktatorische Verhältnisse in Dom-Stadt
    Zwischenfälle bei rechtspopulistischer Kundgebung
  • Hunderte demonstrierten für den Bau der Moschee

"Die schweigende Mehrheit der Kölner, die schweigende Mehrheit Deutschlands und Europas steht auf eurer Seite!", rief FPÖ- Chef Strache den Demonstranten in Köln-Ehrenfeld zu, die gegen den geplanten Bau der größten Moschee Europas kämpfen. Strache war als Ehrengast von der rechtspopulistischen Bürgerbewegung "Pro Köln" eingeladen worden. Am Rande der Veranstaltung kam es zu Auseinandersetzungen. 70 Menschen wurden in Gewahrsam genommen. Unterdessen demonstrierten in Köln Hunderte für den Bau der umstrittenen Moschee.

Er war der Hauptredner der von 1.000 Polizisten geschützten Kundgebung, und versuchte, Köln, wo er sich zum ersten Mal in seinem Leben aufhielt, vor dem Islam zu retten und den Kölner Dom zu bewahren. "Wir wollen die Kölner Domglocken hören und nicht den Kölner Muezzin".

Der Streit dreht sich um Europas größte Moschee, bestehend aus einem fünfstöckigen Gebäude mit einer 34 Meter hohen Kuppel und zwei Minaretten von 55 Metern Höhe. Der Bau soll einmal 3.000 Moslems Platz bieten.

Strache ortet Diktatur in Köln
Er kenne die Entwicklung aus Österreich und allen europäischen Städten, sagte Strache. Wer den Mut habe, zur eigenen Kultur zu stehen, werde gleich als Rechtsextremist oder Neonazi beschimpft. "Das sind immer die selben anti-demokratischen Muster". Dass die Kölner nicht gefragt würden, ob sie die Moschee wollten - einer Umfrage zu Folge dürften 80 Prozent von ihnen den Bau ablehnen - , sei keine Demokratie, sondern Diktatur.

Vor Strache sprach auch der Ex-Polizist und "Vlaams Belang"- Funktionär Bart Debie aus Antwerpen, der ähnlich wie Strache vor der Islamisierung Europas warnte. "Wir sind hier zu Haus, und da gehören keine Moscheen hin!". Davor forderte ein Düsseldorfer Rechtsanwalt in seiner Rede an die "lieben deutschen Landsleute ohne Migrationshintergrund", die Moslems sollten ihre Ranzen schnüren, den Gebetsteppich nehmen und nach Hause gehen.

Hunderte demonstrierten für Bau der Moschee
Ein breites demokratisches Bündnis aus DGB, christlichen Kirchen sowie Parteien und Verbänden hat für den Bau der Moschee im Stadtteil Ehrenfeld demonstriert. Mehrere hundert Menschen setzten damit ein Zeichen für Integration und Toleranz. "Zur Religionsfreiheit gehört es auch, dass Muslime in Köln eine repräsentative Moschee bauen dürfen", sagte Kölns DGB-Vorsitzender Wolfgang Uellenberg van Dawen.

Randale bei rechter Kundgebung
Unterdessen kam es am Rande einer Gegendemonstration von Rechtspopulisten zu Zwischenfällen. Eine Gruppe Rechter habe extremistische Parolen gerufen, erklärte ein Polizeisprecher. Weitere Teilnehmer errichteten anschließend auf dem Weg zum Kölner Hauptbahnhof Straßenbarrikaden und randalierten mit Stühlen und Fahrrädern. "Wir haben insgesamt mehr als 70 Personen in Gewahrsam genommen", erklärte Polizeisprecherin Maren Leißner.

In Köln wird seit Monaten über den Bau einer repräsentativen Moschee diskutiert. Der Entwurf sieht einen aufwendigen Bau mit einer großen Kuppel und fast 55 Meter hohen Minaretten vor. Der Kölner Stadtrat muss den Baubauungsplan für das Grundstück im Stadtteil Ehrenfeld noch ändern, um den Bau in diesem Ausmaß zu ermöglichen.

(apa/red)

16.6.2007 21:39