Mittwoch, 13. Juni 2007

USA gaben Sarkozy OK für Kontakte mit Syrien: Außenminister will eine Konferenz

  • 'Sarko' will innerlibanesischen Dialog in Gang bringen
  • Vor Neuausrichtung der französischen Libanon-Politik

Die USA befürworten nach französischen Presseberichten die Aufnahme direkter Kontakte Frankreichs mit Syrien und den syrienfreundlichen oppositionellen Kräften im Libanon. US-Außenministerin Condoleezza Rice habe ihrem französischen Amtskollegen Bernard Kouchner mit Hinweis auf geplante Gespräche der USA mit dem Iran ihr Einverständnis dazu erklärt, berichtete die Pariser Wochenzeitung "Le Canard enchainé".

Kouchner möchte alle libanesischen Kräfte einschließlich der mächtigen Schiitenorganisation Hisbollah Ende Juni bei einer Konferenz in Frankreich zusammenbringen. Die vom Iran und von Syrien unterstützte Hisbollah wird von den USA als Terroristenorganisation eingestuft. Die neue französische Regierung von Präsident Nicolas Sarkozy versucht, den innerlibanesischen Dialog wieder in Gang zu bringen.

Frankreich wird nach Informationen der israelischen Zeitung "The Jerusalem Post" unter Sarkozy einen radikalen Kurswechsel in seiner Libanon-Diplomatie vornehmen, um die Hisbollah und Syrien in eine Lösungsfindung einzubinden. Sarkozy werde die Hisbollah zur Teilnahme an einer Libanon-Konferenz in Paris noch in diesem Monat einladen, berichtete die israelische Zeitung am Dienstag. Außenminister Kouchner hatte vergangene Woche "die Gesamtheit der politischen Kräfte im Libanon und der Zivilgesellschaft" zu einem "informellen Treffen" eingeladen. Die Lage im Libanon, der zwischen den beiden Weltkriegen französisches Mandatsgebiet war, hat sich inzwischen weiter destabilisiert.

Sarkozys Amtsvorgänger Jacques Chirac hatte sich strikt gegen eine Verständigung mit Damaskus gewandt, weil die syrischen Geheimdienste in den Mordanschlag auf den libanesischen Ex-Premier Rafik Hariri verwickelt waren. Chirac war eng mit Hariri befreundet. Nach dessen Ermordung im Februar 2005 war Paris im UN-Sicherheitsrat maßgeblich am Zustandekommen der Resolution beteiligt, die Syrien zum Rückzug seiner Truppen aus dem Libanon zwang. Der Streit um die Einsetzung eines internationalen Tribunals zur Aufklärung der Bluttat verhinderte bisher eine innerlibanesische Einigung.

(apa/red)

13.6.2007 10:44