Kurt Waldheims Vermächtnis: Alt-Präsident bat Kritiker in Brief noch um Versöhnung
- "Letztes Wort": Motive sollten überdacht werden
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Verwunderung über Würdigungen Waldheims

Der verstorbene Alt-Bundespräsident Kurt Waldheim bittet seine Kritiker in einem schriftlichem Vermächtnis um Versöhnung. "Auch all jenen, die mir kritisch gegenüber gestanden sind, gilt mein Gruß und meine Bitte, ihre Motive noch einmal zu überdenken und mir - wenn möglich - eine späte Versöhnung zu schenken. Vielleicht ist auch dies durch meinen Weggang von dieser Erde leichter geworden", schreibt Waldheim in einem "letzten Wort", das er kurz vor seinem Tod verfasst hat.
Der verstorbene Alt-Bundespräsident betont darin weiter: "Ja, ich habe auch Fehler gemacht - und glücklicherweise viel Zeit gehabt, um sie immer wieder zu überdenken. Es waren aber sicher nicht jene der Mitläufer- oder gar Mittäterschaft mit einem verbrecherischen Regime."
Im Rückblick sehe er die Ursachen für die zu späte Aufarbeitung des Geschehens "vor allem in der Hektik meines übervollen internationalen Lebens und - über Jahre und Jahrzehnte hinweg - auch in meiner Abwesenheit von Österreich und Europa."
"Zutiefst" bedauert Waldheim in dem Schreiben, "dass ich unter dem äußeren Druck monströser Beschuldigungen, die mit meinem Leben und meinem Denken nichts zu tun hatten - viel zu spät zu den NS-Verbrechen umfassend und unmissverständlich Stellung genommen habe. Ursache dafür war weder eine zweifelhafte Grundhaltung noch irgendein politisches Kalkül, sondern die Betroffenheit, Kränkung, ja das Entsetzen über Inhalt und Ausmaß dieser Vorwürfe."
(apa/red)
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