Justizministerium streicht "Neutstart" Geld:
Verein soll keine neuen Klienten aufnehmen
- Sprecher Andreas Zembaty: 'Schwerster Rückschlag'
- Minsiterium: Täter- und Opferhilfe getrennt anbieten
Justizministerin Berger entzieht dem Verein "Neustart" die Mittel für die Opferhilfe. Ab 15. Juni soll der Verein keine neuen Klienten mehr aufnehmen, wurde "Neustart" mitgeteilt. Sprecher Andreas Zembaty nannte dies den "schwersten Rückschlag" just im fünfzigsten Jahr des Bestehens des Vereins. Man wolle aber nicht aufgeben, sondern bemühe sich nun um öffentliche Unterstützung.
Nicht nachvollziehen kann Zembaty die Argumente des Ministeriums - nämlich dass Täterhilfe und Opferhilfe nicht von einer Organisation, sondern getrennt angeboten werden müssten. Die von Neustart betreuten Opfer würden gerade davon profitieren, dass man sowohl "parteiliche" Täter- als auch Opferhilfe - und daneben auch noch den Täter-Opfer- Ausgleich - anbietet: "Wir wissen, wie Täter ticken und setzen das beim Schutz der Opfer ein."
Die Hilfe für Opfer inklusive Täter-Opfer-Ausgleich macht bei Neustart ein Viertel des Arbeitsanfalls aus. Rund 10.000 der insgesamt 40.000 Fälle im Vorjahr fielen in diese beiden Bereiche, 500 Fälle davon waren reine Verbrechensopferhilfe. Für heuer erwartet man 600 Fälle. Dafür hätte Neustart 600.000 Euro bekommen sollen. Einen Teil hat das Ministerium überwiesen, der Rest wird nicht ausbezahlt.
(apa/red)
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