Zähe Einvernahme des Wiener Schuss- Verdächtigen: Fühlte sich von Kids belästigt
- Drogensüchtiger leidet unter Entzugserscheinungen
- Große Betroffenheit über Nicht-Anzeigen der Eltern

Die Einvernahme des nach den Schussattentaten in einem Favoritner Gemeindebau festgenommenen Verdächtigen gestalten sich für die Ermittler der Wiener Kriminaldirektion 1 schwierig. Laut dem Chefinspektor leidet der 26- jährige drogensüchtige Mann unter starken Entzugserscheinungen. Dennoch konnte er seine Erstverantwortung zu den ihm zur Last gelegten Schussattentaten präzisieren.
Der 26-Jährige habe sich von den im Hof in der Quellenstraße 24 A spielenden Kindern belästigt gefühlt, sagte Chefinspektor Kurt Unger. Zunächst hatte der Mann die Tatbestände mit "weil i an Pascher hab" begründet.
Der mutmaßliche Schütze habe aus seiner Wohnung hinuntergeschrien und von den Kindern offenbar eine "sozialadäquate Antwort" erhalten. Das dürfte ihn noch mehr in Rage gebracht haben, so dass er zu seinem Luftdruckgewehr griff. Zu den einzelnen Fakten konnte der Verdächtige keine genauen Angaben mehr machen. "Teilweise kann er sich nicht erinnern", sagte Unger.
Unterdessen ermitteln die Polizisten zu einem fünften Faktum. Dabei soll der 26-Jährige einem anderen Anrainer ins Fenster geschossen haben. Verdachtsmomente zu anderen Delikten konnten die Beamten bisher nicht erhärten.
Große Betroffenheit herrschte unterdessen darüber, dass die Eltern der in den vergangenen Wochen drei verletzten Kinder keine Anzeige erstattet hatten. Eine der möglichen Ursachen sei Misstrauen von Personen mit Migrationshintergrund gegenüber der Polizei. Hüseyin Akmaz, Vorstandsmitglied der Wiener Integrationskonferenz- Vernetzungsbüro, nannte zudem Sprachprobleme und nicht ausreichende Information im APA-Gespräch als Hintergrund. Die Stadt Wien arbeitet in diesem Zusammenhang gemeinsam mit der Polizei daran, den Anteil an Exekutivbeamten mit Migrationshintergrund zu erhöhen.
(apa/red)
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