Mittwoch, 13. Juni 2007

Kärnten soll Vorreiter bei Pflicht-Vorschule werden: LH verweist auf Länderkompetenz

  • Haider will letztes Kindergartenjahr modifizieren
  • Vor allem Sprachkennnisse sollen verbessert werden

In Kärnten soll nach dem Willen von Landeshauptmann Jörg Haider schon ab Herbst das verpflichtende Vorschuljahr eingeführt werden. In einem Gespräch verwies Haider auf die Länderkompetenz im Kindergartenbereich, weshalb man hier unabhängig agieren könne. "Ich hoffe auf einen Beschluss noch vor dem Sommer", sagte er.

Wie Haider erläuterte, habe er die Verfassungsabteilung beim Amt der Landesregierung angewiesen, so rasch wie möglich die entsprechende gesetzliche Vorlage vorzubereiten: "Wir werden im Rahmen unserer Kindergartenorganisation ein Gesetz verabschieden und somit das erste Bundesland sein, das einen konkreten Schritt der Schulreform im autonomen Bereich setzt."

Laut Haider würden sowohl einheimische als auch zugezogene ausländische Kinder vom Vorschuljahr profitieren. In erster Linie gehe es um die Verbesserung der Sprachkenntnisse. Es sei nämlich evident, dass auch österreichische Kinder in diesem Bereich oftmals Defizite hätten.

Der Unterricht solle von den Kindergärtnerinnen durchgeführt werden, nötigenfalls unter Beiziehung von Lehrern. In diesem Fall würde das Land selbstverständlich die Kosten übernehmen. Probleme sieht der Landeshauptmann nicht: "Wir haben eine flächendeckende Struktur im Kindergartenwesen, eventuelle Verbesserungen sind machbar." Zudem sei in Kärnten das letzte Kindergartenjahr vor der Schule sowieso gratis.

"Ich hoffe jetzt auf eine möglichst rasche gesetzliche Grundlage", meinte Haider. Dann stehe dem Bund noch eine achtwöchige Einspruchsfrist zur Verfügung, nach deren Ablauf einer Realisierung dieses Vorhabens nichts mehr im Wege stünde.

(apa/red)

13.6.2007 10:59