Montag, 11. Juni 2007

Überflutungen und Brände durch Gewitter: Niederösterreich litt schwer unter Wetter

  • Unterführungen und Keller in Krems unter Wasser
  • Zwei Wirtschaftsgebäude nach Blitzschlag in Flammen

Heftige Gewitter haben in Niederösterreich zu Überflutungen geführt und zwei Brände mit hohen Sachschäden ausgelöst. In Krems wurden Unterführungen und zahlreiche Keller unter Wasser gesetzt. Jeweils nach Blitzschlag standen in Sallingberg (Bezirk Zwettl) und in Hofamt Priel (Bezirk Melk) Wirtschaftsgebäude in Flammen, berichtete die Sicherheitsdirektion. Auch in Wien kam es zu schweren Unwettern, Keller wurden überflutet, zahlreiche Ampelanlagen fielen aus.

Das Gewitter über der Stadt und dem südlichen Bereich des Bezirkes Krems hatte etwa eine Stunde gedauert. Der starke Regen setzte Unterführungen bis zu einem Meter unter Wasser. Die Feuerwehr gab Abschnittsalarm. Die Helfer mussten in der Folge mehrere Autos bergen und zahlreiche Keller auspumpen.

Brand nach Blitzschlag
"Eindeutig auf Blitzschlag" ist laut Sicherheitsdirektion ein Brand auf einem Bauernhof in Sallingberg zurückzuführen. Das Stallgebäude mit Futtervorräten wurde vernichtet. Der 56-Jährige Besitzer des Anwesens, die mit fast 100 Mann ausgerückte Feuerwehr und andere freiwillige Helfer retteten 70 Rinder aus den Flammen. Der entstandene Schaden wird mit etwa 250.000 Euro beziffert.

"Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit durch Blitzschlag" ist auch in Hofamt Priel ein Wirtschaftsgebäude in Flammen aufgegangen und zur Gänze zerstört worden. 157 Mann der Feuerwehr verhinderten höheren Schaden als die angegebenen 150.000 Euro, indem ein Übergreifen der Flammen auf das Wohnhaus und eine Maschinenhalle verhindert wurde. Auch sämtliche Tiere wurden rechtzeitig ins Freie getrieben.

Unwetter in Wien
116 Mal ist die Feuerwehr in Wien auf Grund des Unwetters ausgerückt. Die heftigen Regenfälle und Stürme hielten die Einsatzkräfte in Atem. Von 16.00 bis 21.30 Uhr riefen die Helfer erhöhte Alarmbereitschaft aus, teilte die Feuerwehr am Montag mit.

Das Auspumpen von Kellern, das Beseitigen von entwurzelten Bäumen und undichte Dächer beschäftigten die Feuerwehrmänner stundenlang. Etwa 450 Personen standen in Wien zur Verfügung. Der entstandene Sachschaden war am Montag noch nicht bekannt. Neben den Unwetter-Schäden mussten die Helfer jedoch auch Routineeinsätze absolvieren, insgesamt 250 Mal wurde Hilfe benötigt.

Mülldeponie Rautenweg brannte
Unter anderem brannte es auf der Mülldeponie Rautenweg in Wien-Donaustadt, zu dessen Bekämpfung ungefähr 40 Feuerwehrleute ausrückten. Unterstützung bekamen die Einsatzkräfte von "oben": Der heftige Regen, der über der Bundeshauptstadt niederging und kurzfristig von Hagel begleitet war, unterstützte die Löscharbeiten.

Auch der Verkehr blieb von dem Unwetter nicht verschont: In Wien fielen auf Grund des Hagels und der Feuchtigkeit zahlreiche Ampeln aus, hieß es seitens der Landesleitzentrale. Die Ausfälle seien zum größten Teil aber schon wieder behoben.

(apa/red)

11.6.2007 11:51