Freitag, 8. Juni 2007

Russische Flugline auf Einkaufstour in
Europa: Fliegt Aeroflot auch auf die AUA?

  • Angeblich erste Einstiegsabsichten angedeutet
  • AUA-Chef Ötsch gelassen: "Lufthansa passender"

Nach dem geplanten Einstieg bei der serbischen Fluglinie JAT mit 75 Prozent zeigt die Aeroflot offenbar Interesse an mehreren europäischen Fluglinien, darunter auch die AUA. Einstiegsabsichten bei der Alitalia haben die Russen bereits bestätigt. Sollte die Übernahme dort nicht gelingen, habe Aeroflot schon weitere Fluglinien in Europa im Visier, auch die AUA, schreibt der "Standard".

"Zuerst wollen wir das Geschäft mit Alitalia zustande bringen", sagte Aeroflot-Chef Walerij Okulow am Rande des Airline- Verbandstreffens der IATA in Vancouver. Danach werde man weiter sehen. Okulows Strategie sei es, finanziell angeschlagene Carrier zu übernehmen, sie zu sanieren und zugleich Zugang zum wichtigen Markt Europa zu bekommen. Außerdem erziele Aeroflot über 50 Prozent der Einkünfte auf den Routen nach Europa. Dort wolle man weiter wachsen. Allein im ersten Quartal wuchs das internationale Geschäft um 20 Prozent.

AUA-Chef Alfred Ötsch reagierte auf das Interesse der Russen gelassen. Derartige Beteiligungen seien ohnehin Eigentümer- Entscheidungen. "Ich kann mir aus heutiger Sicht keinen Einstieg einer Fluglinie bei der AUA außerhalb der Star Alliance vorstellen", analysiert Ötsch im "Standard". Für ihn sei nur die Lufthansa ein passender Partner.

Sollte sich hingegen für die AUA die Möglichkeit ergeben, ihre Anteile an der Ukraine International Airlines (UIA) von derzeit 22 Prozent aufzustocken, "werden wir das ebenso prüfen wie den Einstieg bei anderen Fluglinien im Osten," sagte Ötsch. Er will die Vorreiterrolle der AUA im Osten absichern und verteidigen.

(apa/red)

8.6.2007 10:58