'Habe durchgeheult': Erschütterter Fendrich
sang auf der Donauinsel für Georg Danzer
- Bisher 16.000 Alkoholkontrollen gegen "Komasaufen"
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Tief erschüttert vom Tod seines Freundes Georg Danzer hat sich am Rande des Wiener Donauinselfests Rainhard Fendrich im Gespräch mit der APA gezeigt. "Ich habe durchgeheult", beschrieb der Sänger seine Gefühle seit der Todesnachricht. Danzers Tod sei zu diesem Zeitpunkt auch für ihn vollkommen überraschend gewesen, zumal Danzer immer ein Kämpfer gewesen sei: "Wir hatten noch Pläne für eine Austria-3-Reunion zur Fußball-EM."
Derzeit könne er den Verlust für sich selbst und für Österreich noch gar nicht ermessen: "Er war ein glühender Antifaschist und einer der größten Köpfe und Poeten, die dieses Land je hervorgebracht hat."
Er habe bis kurz vor dem Ende fast täglich mit seinem Freund und früheren Kollegen aus Austria-3-Zeiten telefoniert. "Er war der Beste von uns Dreien", unterstrich Fendrich.
Am Abend gab Fendrich auf dem Donauinselfest ein Konzert in Erinnerung an Danzer. Eigentlich war dieser für den Auftritt gebucht gewesen, hatte jedoch kurz zuvor wegen seiner Krankheit absagen müssen, worauf Fendrich einsprang. Es falle ihm heute unendlich schwer, auf die Bühne zu gehen: "Aber ich bin hier, weil ich dem Georg ein Versprechen gegeben habe."
Die Gage gehe an Danzers Familie. Überdies werde er im November vier Konzerte in Wien geben, deren Erlöse ebenfalls an die Hinterbliebenen gehen sollen.
Traditioneller Sport- und Kindertag auf der Donauinsel
Der Samstag auf dem Wiener Donauinselfest gehörte indes untertags traditionell den Sportlern und den Kindern. Nach dem stürmischen Auftakt des 24. Inselfests am Freitag mit Hagelschauern tummelten sich am Samstag die Massen bei warmen Temperaturen und konstant steifer Briese am Festgelände. Das gebotene Programm reichte dabei vom Schnellschachturnier über eine Flugshow bis hin zur Regatta.
25 Jet-Ski-Profis kämpften auf Höhe des Schulschiffes den gesamten Nachmittag in Ausscheidungen um den Titel des "Master of Vienna". Dabei mussten in zwei Minuten möglichst viele spektakuläre Tricks präsentiert werden, die bis hin zum Rückwärtssalto reichten. Die besten sechs werden am Sonntag im Finale gegeneinander antreten.
Als wieder voll einsatzfähig erwies sich die Sportbühne. Nachdem deren Bühnenaufbau beim Gewitter zusammengebrochen war und gestern abtransportiert werden musste, haben die Organisatoren die Gerüste wieder rechtzeitig für die zahlreichen Amateurtanzgruppen aufgebaut.
Auf dem angrenzenden Beach-Volleyballplatz duellierten sich die Spieler von 9.00 Uhr an in Cupspielen. Auf etwas euphorischere Anteilnahme der Zuschauer sorgte allerdings das in Nachbarschaft stattfindende Straßenfußballturnier "Basket 2000".
Kindern wurde bei der Ö1-Kulturinsel stilgerecht das Perückenbasteln und die "Geheime Kunst der Fächersprache" näher gebracht. Wenn sich die kleinen Besucher nicht selbst aktiv beteiligen wollten, bot sich das klassische Kasperltheater der Kinderfreunde an - wenn man noch einen Platz ergatterte. Auch Gaukler Gogo begeisterte mit seiner Clownshow seine Zuseher.
Bisher 16.000 Alkoholkontrollen gegen "Komasaufen"
16.000 Alkoholkontrollen bis Samstagabend: Das ist die Zwischenbilanz auf dem Donauinselfest. Damit wollen die Veranstalter das "Komatrinken" von Jugendlichen verhindern. Dazu wurde eigens eine Haus- und Platzordnung erlassen, die mittels Schwerpunktkontrollen an den Festzugängen und stichprobenartigen Taschenkontrollen durchzusetzen versucht wurde.
Allein am Samstag seien 10.000 Menschen kontrolliert worden, so Sascha Kostelecky, Festivalprojektleiter, im APA-Gespräch. Insgesamt habe man dabei bereits 1.200 Flaschen harter Alkoholika beschlagnahmt. Diese könnten bei einer Wohltätigkeitsveranstaltung versteigert oder aber auch weggeschüttet werden. Das werde nach dem Fest entschieden, so Kostelecky.
Bei den Kontrollen sei es dabei zu keinen nennenswerten Streitereien gekommen. "Von den Leuten ist es eigentlich sehr positiv aufgenommen worden", resümierte der Projektleiter. Ob sich die Zahl der schwer angetrunkenen Jugendlichen durch die Aktionen im Vergleich zum Vorjahr verringert habe, könne man allerdings schwer einschätzen. Klar sei aber generell, dass sich die Zahl der volltrunkenen Festgäste im Promillebereich bewege. Angesichts der insgesamt positiven Erfahrungen wolle man die Maßnahmen auch im kommenden Jahr aufrechterhalten, unterstrich Kostelecky.
Mit 20 zusätzlichen Sicherheitsleuten wurde heuer mehrmals täglich für zirka eine halbe Stunde der Inselzugang bei den U-Bahnen gesperrt und die Taschen der heranströmenden Besucher durchsucht. Außerdem unternahmen die Wachleute in Teams zu je zehn Rundgänge auf dem Festivalgelände. Dabei wurden auch die Gastronomiebetriebe dahingehend überprüft, ob sie im Ausschank das bestehende Jugendschutzgesetz einhalten.
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(apa/red)
