Dienstag, 5. Juni 2007

Neue Wege: Bon Jovi mit neuer CD "Lost Highway" zwischen Country & Herzschmerz

  • Manche Fans dürften von neuen Songs irritiert sein

Die vorab verbreitete Ankündigung, Bon Jovi würden mit "Lost Highway" ihr erstes "wahres" Countryalbum veröffentlichen, wurde zwar inzwischen von der US-Band wieder revidiert. Doch das Album klingt da nicht so eindeutig. Auf ihrem mittlerweile zehnten Studioalbum schlingert die 1984 gegründete Band irgendwo zwischen Country-Pop, 80er-Rock-Reminiszenzen und halbherzigen Balladen.

Es sind die mehr oder weniger im Vordergrund mitjammernden - und durchaus gewöhnungsbedürftigen - Klänge von Country-erprobten Instrumenten wie Mandoline, Fiddle und Steel-Guitar, die "Lost Highway" zum wohl eigenartigsten Album der Bandgeschichte machen. Während Bon Jovi in den 80er-Jahren mit großen Hits wie "Livin' On A Prayer" oder "Bad Medicine" eindeutig das vorherrschende Genre des Pop-Rock bedienten, in den 90er-Jahren mit hymnischen Balladen wie "Always" oder "Bed Of Roses" die Mädchenherzen eroberten und sich im neuen Jahrtausend mit energiegeladenen Rocksongs wie "Have A Nice Day" oder "It's My Life" wieder auf die Wurzeln besannen, ist das neue Bon Jovi-Album weitgehend Hit-frei.

Einzig die sehr ruhigen Ballade "(You Want To) Make A Memory" oder "Seat Next To You" stechen aus den zwölf Songs heraus, es sind auch die einzigen Titel, in denen Sänger Jon Bon Jovi (45) stimmlich überzeugt. Ansonsten klingen die Hits krampfhaft von Vorgängern abgekupfert: Bereits der erste Track "Lost Highway" erinnert an den Vorjahres-Hit "Who Says You Can't Go Home", der Bon Jovi im Duett mit Jennifer Nettles einen Grammy für die "Best Country Collaboration" einbrachte. Der Song "Summertime" erinnert mit seinem Drums-lastigen Sound an frühere Versuche, endlich wieder eine Rock-Hymne zu schreiben.

Im Großen und Ganzen ist das von Dann Huff und John Shanks produzierte Werk ein Album, das nicht wirklich weiß, wen es nun begeistern will. Entstanden sind die Songs jedenfalls in der Country-Hauptstadt Nashville. Und das Duett mit Country-Sängerin LeAnn Rimes "Till We Ain't Strangers Anymore" hätte durchaus das Zeug, wieder einen Country-Musikpreis einzuheimsen. Ob das für die typischen Bon Jovi-Fans reicht, wird sich weisen.

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(apa/red)

5.6.2007 10:48
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