Kritik an westlichen Staaten: Putin ruft zu völliger Neuordnung der Weltwirtschaft auf
- Rolle der führenden Industriestaaten in Frage gestellt
- Auch Währungsfonds und Weltbank von Putin kritisiert
·Nach G-8-Gipfel wird deutliche Kritik laut
Ziele für Klima und Afrika
"nicht ausreichend"
·Merkel bewertet G8- Gipfel als vollen Erfolg
Ist trotz Abstrichen bei Klimapolitik zufrieden
·G-8 lassen 60 Mrd. für Afrika springen!
Mächtige einigen sich auf Anti-Aids-Hilfsprogramm
·Übersicht über die Gipfelbeschlüsse!
Klima und Schwellen-
Länder als Hauptthemen
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der Abschlusserklärung
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G-8-Demonstrationen!
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Über 80.000 Menschen auf Konzert für Afrika
Russlands Präsident Putin hat zu einer neuen Weltwirtschaftsordnung aufgerufen, bei der der Einfluss schnell wachsender Schwellenländer stärker berücksichtigt werde. Nach dem G-8-Gipfel in Heiligendamm stellte er zugleich die Rolle der führenden Industriestaaten in Frage. Beim Wirtschaftsforum in St. Petersburg warf Putin dem Westen Protektionismus gegen Investitionen russischer Unternehmen vor.
Die führenden Industriestaaten würden nicht ausreichend widerspiegeln, dass sich die Wirtschaftskraft weltweit immer stärker auf Länder wie sein eigenes verlagere, sagte er in St. Petersburg. "Wenn noch vor 50 Jahren 60 Prozent des weltweiten Bruttoinlandsprodukts von den G-7-Staaten erzeugt wurde, ist es nun andersherum, und die 60 Prozent werden von anderen Ländern produziert", sagte Putin. "Im Interesse einer stabilen wirtschaftlichen Entwicklung ist eine neue Struktur der internationalen wirtschaftlichen Beziehungen nötig, die auf Vertrauen und Integration zu gegenseitigem Nutzen gründet."
Putin kritisierte auch den Internationalen Währungsfonds und die Weltbank. Die beiden Einrichtungen seien in einer "ganz anderen Wirklichkeit" entstanden und hätten an Bedeutung verloren. "Wir brauchen mehrere Finanz-Zentren und Währungsreserven", sagte Putin. Alle Länder müssten die Abhängigkeit vom US-Dollar verringern. Als alternative Währungsreserve brachte Putin den Rubel ins Spiel.
Putin versuchte zudem bei dem Forum, Spitzenmanager führender westlicher Unternehmen von der Sicherheit ihrer Investitionen in Russland zu überzeugen. Die Investoren sollten sich keine Sorgen über die politische Entwicklung Russlands machen. Russland sei für Investitionen "außerhalb weniger strategischer Wirtschaftsbereiche" offen, sagte er. Sein Land habe einen freien Energiemarkt und keine Pläne, die Wirtschaft zu monopolisieren.
(apa)

