Der neue Mr. Billa: So will Werner Wutscher
die Lebensmittelkette zukunftsfit machen
- Chef-Rochade: Sesselrücken bei Rewe und Billa
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Sesselrücken bei Rewe & Billa. Der Rewe-Konzern erlebt turbulente Zeiten. In Österreich waren binnen zwei Jahren drei Persönlichkeiten an der Unternehmensspitze. Veit Schalle übergab an Interimsmanager Martin Lenz, der nach knapp eineinhalb Jahren abgelöst wurde. Nun führt Werner Wutscher den Handelsgiganten.
NEWS: Sie sind seit 1. Mai Vorstand von Rewe Österreich. Sind Sie schon eingearbeitet?
Werner Wutscher: Ich trete diesen Job mit gewisser Demut an. Ich muss einmal hören, welche Musik hier gespielt wird. Ich habe zuerst mit meinen Mitarbeitern Gespräche geführt und werde in den nächsten Wochen externe Gespräche, etwa mit Lieferanten, führen. Übrigens ist meine Lernkurve sehr steil.
NEWS: Warum wurden eigentlich Sie mit dem Job bei Rewe betraut? Was zeichnet Sie aus?
Wutscher: Im Handel ändert sich gerade sehr viel. Ich sehe mich als Produkt dieser Veränderungen. Nachhaltigkeit und Ernährung sind heute viel wichtiger als früher. Und diese Dinge habe ich schon bisher bearbeitet. Ich habe auch im Ministerium viele Veränderungsprozesse gesteuert, etwa die Ausgliederung der Bundesforste oder der Spanischen Hofreitschule.
NEWS: Gibt es denn so viel zu ändern bei Rewe?
Wutscher: Eigentlich nicht. Ich bin extrem positiv überrascht, wie die Dinge im Aufbruch sind.
NEWS: Hat man Sie geholt, weil Sie - passend zum neuen Billa-Slogan - mehr "Hausverstand" haben?
Wutscher: Ich glaube, dass in diesem Unternehmen extrem viel Hausverstand vorhanden ist. Und wenn ich den noch verstärken kann, bin ich sehr froh.
NEWS: Es heißt, Sie sollen den Kontakt zu bäuerlichen Lieferanten verbessern. Sind Sie Billas grünes Gewissen?
Wutscher: Bei der Beschaffung versuchen wir ganz engen Kontakt mit den Produzenten zu halten, zum Beispiel den Bauern bei Ja! Natürlich. Und neben dem Preis und der Preiswürdigkeit wollen wir auch auf andere Parameter beim Kundeneinkauf setzen - in unserem aktuellen Flugblatt sind das Fair-Trade-Produkte.
NEWS: Wie schafft man den Spagat zwischen hochqualitativen Marken wie Ja! Natürlich und Einstiegsschienen wie Clever? Gibt es eine Linie für ausgabefreudigere Kunden und eine für sparsame?
Wutscher: Es gibt diese Segmentierung nicht mehr. Man spricht vom hybriden Kunden - der geht in der Früh zum Penny und am Abend ins Steirereck.
NEWS: Wie wollen Sie denn das Einkaufserlebnis der Kunden weiter verbessern? Gibt es neue Technologien?
Wutscher: Zum Beispiel Self-Payment. Dabei werden die Waren von der Kassiererin gescannt, das Bezahlen passiert dann aber per Bon und Kredit-Bankomat. Damit kann sich die Kassiererin auch anderen Aufgaben widmen, und es geht schneller voran.
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