BA-CA-Streubesitz bekämpft Rausschmiss: Minderheitsaktionäre machen jetzt mobil
- Preis von 129,40 Euro je Aktie wird nicht akzeptiert
- Rückzug der Bank von der Börse wird sich verzögern
Die "professionellen Minderheitsaktionäre" der Bank Austria Creditanstalt haben wie erwartet Beschlüsse der Hautpversammlung von Anfang Mai angefochten. Mit den nun bei Gericht eingegangenen Anfechtungen dürfte sich der ursprünglich für Juli geplante Rückzug der BA-CA von der Börse verzögern.
Angekündigt hatten die Minderheitsaktionäre bereits in der Marathon-Hauptversammlung vom 3. Mai, dass sie den dortigen "Rausschmiss" zu den von UniCredit vorgegebenen Bedingungen - und schließlich zum gebotenen Preis von 129,40 Euro je Aktie - nicht hinnehmen werden.
Überraschend war doch, dass sich die Vertreter der kritischen Aktionärsgruppen - allen voran ein britischer Hedgefonds und eine österreichische Aktionärsgruppe - in der Causa tatsächlich zusammenspannen.
Der britische Polygon-Fonds sowie Alexander Proschofsky, Sprecher der größten österreichischen Aktionärsgruppe der BA-CA, hätten fristgerecht Anfechtungsklage gegen auf der HV gefasste Beschlüsse eingereicht, hieß es in einer gemeinsamen Mitteilung. Damit wehre sich eine deutliche Mehrheit des Streubesitzes gegen die mit den Stimmen des Hauptaktionärs UniCredit gefassten Beschlüsse, insbesondere den "selektiven Ausschluss der Minderheitsaktionäre der BA-CA".
Die Aktionärsversammlung hatte mit 98,57 Prozent des anwesenden Kapitals beschlossen, den Streubesitz in der BA-CA zum Preis von 129,40 Euro auszuzahlen. UniCredit - die Großbank besitzt jetzt schon 194,65 Millionen BA-CA-Aktien - macht zu diesem Abfindungs-Preis 954 Mio. Euro für die ausstehenden Aktien locker.
Die Mailänder Großbank UniCredit hält an der BA-CA heute 96,35 Prozent an der BA-CA und will die österreichische Bank von der Börse nehmen. Wäre es ohne Anfechtungen abgegangen, hätte der Börserückzug wohl im Monat Juli statt gefunden.
(apa/red)


