Henin macht sich zur Pariser Allzeit-Größe:
Bisher nur 3 Spielerinnen mit 4 Paris-Titel
- Belgierin widmete den Sieg ihrer verstorbenen Mutter
- Serbin Ana Ivanovic trotz Finalschlappe eine Siegerin

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25-jährige Belgierin ist Nummer eins der Welt
Die Weltranglisten-Erste Justine Henin gehört auf Sandplätzen spätestens seit ihrem Sieg bei den French Open zu den ganz Großen der Tennis-Geschichte. Mit ihrem 6:1,6:2-Erfolg gegen die als Nummer sieben gesetzt gewesene serbische Major-Final-Debütantin Ana Ivanovic gelang der Belgierin als erst zweiter Spielerin nach Monica Seles (1990-92) der Hattrick an der Seine, als erst vierte Spielerin nennt Henin nun vier oder mehr Paris-Trophäen ihr Eigen.
Chris Evert führt dieses Einzel-Ranking mit sieben Roland-Garros-Triumphen an, doch auch da könnte Henin noch heran kommen. Denn ihre Dominanz in den zwei Wochen war beeindruckend. Ohne Satzverlust verlor sie nur 38 Games, eliminierte u.a. die Österreicherinnen Tamira Paszek und Sybille Bammer. Paszek darf freilich stolz darauf sein, bei diesen French Open als einzige Spielerin gegen Henin in einem Satz fünf Games gemacht zu haben.
Henins insgesamt 6. Major-Titel hat auch eine emotionale Bedeutung. Es ist der erste große Triumph seit der überstürzten Trennung von Ehemann Pierre-Yves Hardenne kurz vor dem Australian Open im Jänner, woraufhin sie das Grand-Slam-Turnier in Melbourne ausließ. Henins Ex-Mann war in den vergangenen Jahren neben Coach Carlos Rodriguez ihre einzige fixe Bezugsperson aus dem Familienkreis gewesen.
In den vergangenen Monaten fand nun wieder eine Annäherung zum Rest der Familie statt, die 25-Jährige spricht nun auch wieder mit ihrem Vater. Ihre zwei Brüder und die Schwester waren sogar im Stadion. "Nach all den Ereignissen der letzten Monate bedeutet mir dieser Erfolg besonders viel", meinte Henin daher nach dem Paris-Erfolg. "Es ist so schön, vereint zu sein und eines Tages wird auch mein Vater im Stadion sein."
Sieg für die Mutter
Den Sieg widmete Henin aber wie schon bei ihrem ersten Paris-Triumph im Jahr 2003 ihrer 1993 verstorbenen Mutter Francoise. "Mein letzter Dank geht schließlich nach da oben", sagte die Siegerin nach der Siegerehrung mit dem Blick gen Himmel gerichtet. "Ich denke an dich. Du bist in meinem Herzen. Danke, dass du auf mich aufpasst." Justine hatte Elfjährig bei einem Besuch des Paris-Turniers ihrer Mutter versprochen, dort auch einmal zu gewinnen.
Für Ivanovic war Paris trotz des unschönen Ausgangs definitiv eine Reise wert. Die 19-Jährige war vorher noch bei keinem Major über das Viertelfinale hinaus gekommen, nun stand sie nach Siegen über die Russinnen Swetlana Kusnezowa (3) und Maria Scharapowa (2) in ihrem ersten großen Finale. Da spielten ihr aber die Nerven einen Streich. "Am Anfang habe ich meine Nerven kontrolliert. Doch dann hat es mich von einem Punkt zum anderen erwischt."
Im Ranking macht sich Ivanovic' Final-Einzug noch nicht allzu bemerkbar, von Platz sieben rückt sie am (morgigen) Montag auf 6 vor. Freilich war sie im Endspiel dadurch gehandicapt, dass sie ohne Coach spielen musste. Denn da ihr Teilzeit-Trainer Sven Groeneveld von "adidas" bezahlt wird und Justine Henin auch, musste der Niederländer das Finale zwischen den Ballkindern am Platzrand verfolgen. Ivanovic: "Seine Tipps haben mir schon gefehlt."
(apa/red)
