Sonntag, 10. Juni 2007

Kampf der Giganten beim Finale in Paris: Wichtigstes Match 2007 für Federer & Nadal

  • Nadal will sich für Hamburg-Niederlage revanchieren
  • Federer 1 Sieg von anvisiertem 'Roger-Slam' entfernt

Das French-Open-Endspiel der Herren heute ab 15:00 Uhr wird für beide Finalisten zum wohl wichtigsten Tennis-Match des Jahres. Für Roger Federer scheint die Chance im neunten Anlauf bisher am größten, auf dem Sand von Paris zu gewinnen und damit den wichtigsten Baustein auf dem Weg zum Grand Slam zu legen. Rafael Nadal ist nach seiner Niederlage gegen Federer in Hamburg gefordert, um nicht als "Sandplatz-König" abdanken zu müssen.

Im Vorjahr war der Schweizer Weltranglisten-Erste erstmals ins Roland-Garros-Finale vorgedrungen, unterlag Nadal aber 6:1,1:6,4:6,6:7(4). Mittlerweile dürfte der 25-Jährige aber den Schlüssel zum Erfolg gefunden haben. "Ich muss aggressiv bleiben und darf mich nicht zu weit zurückdrängen lassen", erklärte der Eidgenosse im Vorfeld des Final-Hits. "Denn wenn man ihm die Winkel gibt, hat man keine Chance."

Dass Nadal bereit zur Revanche für seine in Hamburg erlittene erste Niederlage nach 81 Siegen auf Sand en suite ist, hat der 21-Jährige im Turnierverlauf gezeigt. Souverän zog er ohne Satzverlust ins Titel-Match ein, um dieses Major nun womöglich zum dritten Mal zu gewinnen. Schafft er es nicht, wäre Federer der 25. Paris-Champion bei den Herren in der Open Era und der sechste Spieler der Geschichte mit Triumphen an allen vier Grand-Slam-Schauplätzen.

Mit diesem Coup würde Federer das für seine Maßstäbe heuer schwächere Abschneiden bei seinen Turnier-Auftritten im März und April mit insgesamt vier Niederlagen vergessen lassen und seine konzentrierte Vorbereitung auf den Sandplatz-Höhepunkt des Jahres rechtfertigen. Noch liegt er im Head-to-Head mit Nadal 4:7 zurück, auf Sand gar 1:5. Im Grunde sind das Statistiken mit einer klaren Aussage, wenn da nicht das Finale vor zwei Wochen in Hamburg wäre.

Einen Sieg ist Federer davon entfernt, um den anvisierten "Roger-Slam" mit Erfolgen in Wimbledon, New York, Melbourne und Paris zu holen. Das würde 28 Siege bei Grand-Slam-Turnieren in Folge bedeuten. In diesem Fall könnte der Ranking-Leader Ende Juni in Wimbledon-Runde zwei einen weiteren Open-Era-Rekord aufstellen, denn der Australier Rod Laver hatte es von Australien 1969 bis Wimbledon 1970 auf 29 Major-Matchsiege en suite gebracht.

Nadal: "Ich werde wie ein Löwe kämpfen"
Nadal schmerzt die Niederlage in Hamburg noch immer ein wenig, schrieb seinem Konkurrenten im Laufe des Turniers und auch noch nach dem sicher gewonnenen Halbfinale gegen den Serben Novak Djokovic die Favoritenrolle zu: "Er ist der Favorit, auch, weil er mich in Hamburg besiegt hat", meinte der Iberer. "Aber ich werde wie ein Löwe kämpfen, um mir hier meine dritte Trophäe zu holen."

Speziell in Paris hat Nadal auch allen Grund zur Zuversicht, ist er dort doch noch unbesiegt. Bei insgesamt drei Antreten hält er bei in Summe 20 Siegen und noch keiner Niederlage. Mit einem weiteren Erfolg wäre der Mallorquiner der erste Spieler mit zumindest einem Roland-Garros-Hattrick seit Björn Borg. Der Schwede gewann von 1978 bis 1981 viermal hintereinander.

(apa/red)

10.6.2007 07:18