Montag, 4. Juni 2007

Ein Schweizer am Weg in den Tennis-Olymp: Federer glatt im Paris-Viertelfinale

  • Sharapowa wehrt gegen Schnyder Matchbälle ab
  • Henin nun im Schlager gegen Serena Williams

Roger Federer fehlen nur noch drei Siege zum großen Traum vom ersten French-Open-Titel: Der Weltranglisten-Erste setzte sich im Achtelfinale gegen den Russen Michail Juschnij mit 7:6(3),6:4,6:4 durch und trifft nun im Viertelfinale auf Tommy Robredo. Beinahe ausgeschieden wäre Maria Scharapowa. Die als Nummer 2 gesetzte Russin wehrte zwei Matchbälle ab, ehe sie Patty Schnyder (SUI-14) noch mit 3:6,6:4,9:7 niederrang.

Australian-Open-Sieger Federer ist nun bereits elf Grand-Slam-Matches in Folge ohne Satzverlust und hat damit auch schon wieder einen Rekord der Profi-Ära (egalisiert). Dieses Kunststück war zuvor nur John McEnroe (1984) gelungen, der damals von der zweiten Wimbledon-Runde bis zum US-Open-Viertelfinale ohne Satzverlust geblieben war.

In der Bilanz gegen Juschnij ist Federer ebenso makellos: Zehntes Match, zehnter Sieg gegen den Russen mit der ähnlichen Spielweise wie der Schweizer. Federer macht aber alles um einen Tick besser. "Er ist auf jedem Belag gefährlich, er bewegt sich gut, und ich wusste, dass ich vorsichtig sein muss. Ich bin sehr zufrieden mit meinem Match", meinte der Eidgenosse nach Startschwierigkeiten im ersten Satz. Nach 2:25 Stunden hatte er das Viertelfinale aber in der Tasche.

In diesem trifft er auf Tommy Robredo. Und auch da ist er (fast) makellos: 7:1 führt Federer in diesem Head-to-Head, die einzige Niederlage stammt von einem Hopman-Cup-Match vor fünf Jahren.

Henin nun gegen Williams, Sharapowa mit Glück weiter
Das Damen-Viertelfinale ist komplett. Bammer-Bezwingerin Justine Henin trifft im absoluten Schlager auf Serena Williams, Jelena Jankovic, die den letzten Frankreich-Beitrag in den Einzelbewerben Marion Bartoli ausschaltete, spielt gegen Nicole Vaidisova. Mühe hatte Ana Ivanovic bei ihrem 6:3,3:6,6:3-Erfolg über die Spanierin Anabel Mdina Garrigues. Die als Nummer 7 gesetzte Serbin trifft nun auf Vorjahrs-Finalistin Swetlana Kusnezowa, die ihrerseits den Siegeslauf der israelischen Fed-Cup-Spielerin Shahar Peer beendete.

Beeindruckend präsentiert sich nach Anlaufschwierigkeiten in Runde 1 Serena Williams. Die Australian-Open-Siegerin wird Henin im Viertelfinale sehr gefährlich werden. Nicht nur, weil sie in direkten Duellen mit der Belgierin mit 6:3 führt. Williams macht bisher in Paris schlichtweg den "heißeren" Eindruck, Henin spielte keinesfalls wie eine Nummer 1 der Welt. Von den neun bisherigen Partien ist freilich das French-Open-Semifinale von 2003 beiden noch in guter Erinnerung, das sehr emotional verlaufen war. Henin hatte sich damals knapp mit 7:5 im dritten Satz durchgesetzt. Das einzige Duell heuer hat aber Williams im Finale von Miami für sich entschieden.

"Ich fühle mich mit jedem Match besser. Ich rutsche besser, ich laufe besser", so Williams. Henin will Revanche für Miami. "Ich war knapp am Sieg und ich habe das Match dominiert, aber sie ist zurück gekommen. Aber dieses Viertelfinale ist anders - ein anderer Belag, eine andere Situation", hofft Henin.

Die Nummer 2 des Turniers stand gegen die Nummer 14 am Abend vor dem Aus. Patty Schnyder hatte bei 5:4 und bei 7:6 im dritten Satz je einen Matchball. Während Scharapowa mit der ihr üblichen Kampfkraft spielerische Nachteile wettmachte, konnte Schnyder den Sack einfach nicht zumachen, spielte zu passiv. Die blonde Russin nützte nach 2:37 Stunden ihren ersten Matchball. Sie trifft nun auf ihre Landsfrau Anna Tschakwetadse, die Mauresmo-Bezwingerin Lucie Safarova (CZE) in drei Sets ausschaltete.

(apa/red)

4.6.2007 15:53