Sonntag, 10. Juni 2007

Dramatische Entscheidung bei den Austrian GolfOpen: Richard Green gewinnt im Stechen

  • Australier setzt sich gegen Franzosen Remesy durch
  • Tolle Leistung: Debütant Wiesberger holt 35. Platz

Nicht einer der großen Favorits, sondern mit Richard Green ein Spieler, der einem Erfolg schon lange nachläuft, hat bei den BA-CA-Austrian-GolfOpen 2007 die Nachfolge von Markus Brier angetreten. Der Australier sicherte sich zehn Jahre nach seinem bisher einzigen Tour-Erfolg mit dem Sieg im Fontana GC seinen zweiten Titel. Allerdings erst im Stechen gegen den Franzosen Jean-Francois Remesy. Geteilter Dritter wurde mit nur einem Schlag Rückstand der Spanier Miguel Angel Jimenez.

Green hatte beim mit 1,3 Mio. Euro dotierten Turnier der European Tour in Oberwaltersdorf seit dem zweiten Tag geführt und war mit drei Schlägen Vorsprung in den Schlusstag gegangen. Auch dort spielte der Linkshänder solide, wehrte vor 9.000 Zuschauern zunächst den Angriff von Jimenez souverän ab. Als der Spanier mit einem sensationellen Eagle auf der fünften Bahn in Führung ging, konterte Green mit zwei astreinen Birdies.

Green hatte am Samstagabend gestanden, wegen seiner langen Sieglosigkeit nervös zu sein. Doch die Nerven hielten beim australischen Linkshänder aus Melbourne bis zum 18. Loch. Bei 17 unter Par hätte ihm am Schlussloch ein solides Par zum Sieg genügt, doch dann passierte ihm auf der 18, die er zuvor zweimal Birdie und einmal sogar Eagle gespielt hatte, erstmals ein Bogey. Ausgerechnet auf dem Grün machte dabei Green seinem Namen keine Ehre und nach einem Dreiputt ein Stechen auf der 18 notwendig.

Wie gut, dass die Juni-Tage die längsten im Jahr sind. Denn nach einer zweistündigen Gewitterunterbrechung ging der lange letzte Turniertag damit erst nach fast zwölf Stunden zu Ende. Und das auch nur, weil sich Remesy, der mit einer 64er-Runde vom achten Platz nach vorne gekommen war, im Stechen erbarmte. Er schoss seinen Grün-Schlag unspielbar in eine Schotterwand und kassierte dafür einen Strafschlag. Green hatte zwar seinerseits das Grün überschlagen, sein Chip aus dem tiefen Rough ging aber perfekt an die Fahne. Remesy kam sofort zum Handshake.

"Das ist wirklich eine große Genugtuung. Ich bin überwältigt", sagte Green, nachdem er den Diamanten-Pokal, von dem er nur eine Replika behalten darf, gestemmt und einen Scheck über 216.660 Euro überreicht bekommen hatte. "Der Platz kommt meinem Spiel wirklich entgegen. Gott sei Dank habe ich mich am Ende noch einmal richtig konzentrieren können, denn der verschobene Putt war wirklich enttäuschend", sagte Green.

Wie zehn Jahre davor hat sich Green damit seinen Sieg erneut erst im Stechen gesichert. In Dubai hatte er sich 1997 gegen die beiden Asse Ian Woosnam und Greg Norman durchgesetzt. Seitdem lieferte der Australier zwar immer Spitzenplätze ab, zum Sieg hat es aber bis Sonntag nicht mehr gereicht.

Von den eingekauften Topstars war nur Jimenez sein Geld wert. Die Ryder-Cup-Kollegen wie Colin Montgomerie, Darren Clarke (beide Cut verpasst) oder Lee Westwood (52.) blieben hingegen weit unter den Erwartungen. Selbst Routinier Paul Broadhurst musste sich mit Platz 35 begnügen. Er lag damit gleichauf mit dem jungen Österreicher Bernd Wiesberger, der bei seinem Tour-Debüt gleich einen Spitzenplatz belegte.

(apa)

10.6.2007 20:28