Nach Doping-Skandal: Nächster Dämpfer
für Salzburgs Olympia-Bewerbung für 2014
- Schnitt in Bewertung des IOC am schlechtesten ab
Viele Mängel im Detail: Budget erscheint zu niedrig - Südkoreas Pyeongchang gilt nun als großer Favorit

·Die IOC-Bewertungen im schnellen Überblick
Urteile über Salzburg, Pyeongchang & Sotschi
·REAKTIONEN auf IOC- Evaluierungsbericht
Salzburg-Bürgermeister Schaden: "Bin zufrieden"
·Olympia 2014: Von Salzburg bis Flachau
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·'Peter Schröcksnadel
ist für mich ein Häferl'
Deftige Wortspende von
ÖOC-Präsident Wallner
·Das wurde bei ÖSV- Athleten gefunden
Auszüge aus dem IOC- Protokoll im Wortlaut
·Erklärung ÖOC-Präsident Wallner
KLICKEN: Betrifft den
ÖOC-Sitzungs-Beschluss
·Auszüge aus IOC-
Urteilsbegründung
Kritik an Verantwortung von ÖOC und ÖSV
·Reaktionen auf die Entscheidung des ÖOC
Überharte Maßnahmen? Betroffene üben Kritik
Die Bewerbung Salzburgs um die Olympischen Winterspiele 2014 hat einen leichten Dämpfer erlitten. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) veröffentlichte den Bericht der Evaluierungskommission. Darin wurde das Konzept Salzburgs ebenso wie jedes von Pyeongchang (Südkorea) als "exzellent" bezeichnet, allerdings wurden am Konzept der Mozartstadt auch einzelne Bereiche kritisiert, etwa das niedrige Budget. Das Konzept des dritten Kandidaten, Sotschi in Russland, wurde als "sehr gut" bezeichnet.
Die beiden Mitbewerber konnten aber beim Besuch der Kommission punkten, bei denen sie Präsentationen von "sehr hoher" (Pyeongchang) bzw. "hoher Qualität" (Sotschi) abgaben, während es die Mozartstadt hier nur auf eine "gute Qualität" brachte, wobei einige Details fehlten. Wohl am besten abgeschnitten hat unter dem Strich Pyeongchang, weil sich im Bericht bei den Südkoranern so gut wie keine Kritikpunkte befinden.
Kritik an Quartieren
"Salzburgs Konzept basiert auf der Nutzung der Weltklasse-Sportstätten sowohl im Schnee als auch im Bob-, Rodel- und Skeletonbereich kombiniert mit temporären Einrichtungen", heißt es im Report. Dennoch muss Österreichs Kandidat einige Kritikpunkte hinnehmen. Da die sichergestellten Betten in Salzburg auf 1.400 Häuser aufgeteilt werden, sei eine umsichtige Planung nötig, um die Unterbringung erfolgreich abwickeln zu können. Auch die Pläne für das Medienzentrum der Mozartstadt kam nicht ohne Kritik davon, da dieses im Messezentrum entstehen soll. Dieses sei für andere Zwecke errichtet worden und entspreche daher nicht ganz den Anforderungen des IOC, temporäre Strukturen müssten errichtet werden.
IOC zweifelt an Budget
Das Verkehrskonzept Salzburgs könnte bei umsichtigem Management voll funktionieren, wobei zu einer Verringerung der Besucherkapazitäten bei den Schneebewerben geraten wird. Die Kosten für den Transport seien aber recht niedrig angesetzt. Weiters "dürfte Salzburg die Kosten für die Sicherheitsmaßnahmen unterschätzt haben", so die Kommission, auch wenn die Regierung die Übernahme aller Aufwendungen für die Sicherheit garantiert habe. Und auch das Budget Salzburgs wurde hinterfragt: "Im Vergleich zu früheren Winterspielen ist das Budget von 965 Millionen US-Dollar relativ niedrig", insbesondere im Hinblick darauf, dass es eine beträchtliche Summe für die Errichtung temporärer und bleibender Einrichtungen beinhalte.
Schlusslicht bei Zustimmung
Sehr schlecht sieht es bei der Zustimmung der Bevölkerung aus: In Salzburg stehen nur 42 Prozent hinter der Bewerbung, in ganz Österreich immerhin 61 Prozent. Sotschi brachte es auf 79 Prozent, Pyeongchang auf 91 Prozent.
Pyeongchang in Favoritenrolle
Während bei Südkoreas Bewerbung kaum Kritik zu finden ist, wird die russische mit mehr Bedenken gesehen. Alle Wettkampfstätten müssten neu errichtet werden. Einschränkend weisen die IOC-Prüfer auf Umweltgefährdungen hin, besonders auf mögliche Probleme bei der geplanten Verkehrsverbindung vom Schwarzmeer-Ort Sotschi hinauf zur Skiregion im Kaukasus. Dabei befürchtet das IOC "robuste Eingriffe".
Wallner: "Auftrieb und Motivation"
ÖOC-Präsident Leo Wallner meinte, der Bericht bestätige die Arbeit Salzburgs "und gibt uns Auftrieb und Motivation für die verbleibenden Wochen vor der Vergabe der Spiele in Guatemala". Landeshauptfrau Gabi Burgstaller (S) zeigte sich zuversichtlich, dass die Bewerbung auf einem guten Weg sei. Zufrieden war auch Bürgermeister Heinz Schaden (S), "die wichtigen Punkte haben wir alle rübergebracht, etwa die Tatsache, dass Salzburg kaum neue Sportstätten errichten muss. Dass Salzburg deutlich mehr kritisiert wurde als Pyeongchang sehe ich nicht so." Und Bewerbungs-Geschäftsführer Gernot Leitner sagte, er sei froh, dass Salzburg etwas aus der Favoritenrolle herausgenommen sei.
Die Vergabe der Winterspiele 2014 erfolgt am 4. Juli in Guatemala-City. Salzburg war vor vier Jahren mit wenigen Stimmen ausgeschieden, Pyeongchang musste sich damals Vancouver nur um zwei Stimmen geschlagen geben.
(apa/red)
