Nach G-8-Gipfel in Deutschland: Mächtige
sind mit Ergebnis zufrieden, Experten nicht
- UN-Klimaexperte: "CO2-Ausstoß noch weiter senken"
- Welthungerhilfe zu Afrika-Einigung: 'Zu unverbindlich'
·Merkel bewertet G8- Gipfel als vollen Erfolg
Ist trotz Abstrichen bei Klimapolitik zufrieden
·G-8 lassen 60 Mrd. für Afrika springen!
Mächtige einigen sich auf Anti-Aids-Hilfsprogramm
·Übersicht über die Gipfelbeschlüsse!
Klima und Schwellen-
Länder als Hauptthemen
·Die G-8-Erklärung zum Klimaschutz
KLICKEN: Auszug aus
der Abschlusserklärung
·Alle BILDER: Die G-8 begrüßen ihre Gäste
Staatsoberhäupter aus den Schwellenländern
·Greenpeace-Ballon von Polizei gestoppt
BILDER: Das waren die
G-8-Demonstrationen!
·G-8-Ergebnisse für Bono und Geldof Farce
Abschlussdokument nur sprachliches Labyrinth
·Rock trifft Politik am Rande von G-8-Gipfel
Über 80.000 Menschen auf Konzert für Afrika
·"Es lohnt sich, hartnäckig zu sein"
Alle Pressestimmen zum G-8-Gipfel in Deutschland
Nach Abschluss des G-8-Gipfels in Heiligendamm mehren sich die kritischen Stimmen: Der Direktor des UN-Umweltprogramms, Achim Steiner, hat die Weltgemeinschaft aufgefordert, den Treibhausgas-Ausstoß bis 2050 sogar um deutlich mehr als 50 Prozent zu senken. Das Ziel müssten eher 60 bis 70 Prozent sein, um den Klimawandel beherrschbar zu halten, sagte er in einem Interview der "Frankfurter Rundschau". Kritik gab es auch zur Einigung auf die Afrikahilfe. Sie sei zu unverbindlich.
Steiner begrüßte die Ergebnisse des G-8-Gipfels in Heiligendamm als ein "politisch wichtiges Etappenziel", weil damit der Weg für ein Kyoto-Nachfolgeprotokoll im EU-Rahmen freigemacht wurde. Die Beschlüsse seien allerdings noch "kein echter Durchbruch". Steiner forderte ambitionierte Ziele für das Kyoto II-Protokoll, das von 2013 bis 2020 gelten soll. Es müsse dafür sorgen, dass der globale Treibhausgas-Ausstoß nur noch bis 2020 oder 2025 wächst und dann kontinuierlich sinkt.
Kritik an Beschlüssen zur Afrikahilfe
Die Deutsche Welthungerhilfe hat die Beschlüsse des zur Afrikahilfe als unverbindlich und ernüchternd kritisiert. Die Staats- und Regierungschefs hätten sich lediglich an die Versprechen ihrer Zusammenkunft im schottischen Gleneagles vor zwei Jahren erinnert und sie wiederholt, schreibt die Vorsitzende Ingeborg Schäuble in der "Frankfurter Rundschau".
Auf jedes Versprechen sei bisher Ernüchterung gefolgt. Im vergangenen Jahr sei die weltweite Entwicklungshilfe sogar um fünf Prozent zurückgegangen. Notwendig seien gezielte Erhöhungen der Mittel für die Armutsbekämpfung, zugleich müsse gegen die Ursachen der globalen Ungerechtigkeit vorgegangen werden.
Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Klaus Zimmermann, kritisierte, mehr Entwicklungshilfe sei nur "ein Ablass für die eigenen Sünden der Industriestaaten" und lasse Afrika in seiner Unterentwicklung verharren. Den afrikanischen Staaten müssten Möglichkeiten geboten werden, um aus eigener Kraft ihre Wirtschaft zu entwickeln. "Unabdingbar ist dafür die Öffnung der Märkte der Industrieländer, nicht zuletzt für Agrarprodukte", sagte Zimmermann der Zeitung.
In Heiligendamm hatten sich die sieben führenden Industrienationen und Russland (G-8) darauf verständigt, ihre Hilfen im Kampf gegen Aids, Tuberkulose und Malaria in Afrika in den nächsten Jahren auf 60 Milliarden Dollar (44,9 Mrd Euro) zu erhöhen. Der Gipfel bekräftigte einen Beschluss vom G-8-Treffen vor zwei Jahren in Gleneagles, wonach die Hilfen für Afrika bis 2010 um 25 Milliarden Dollar aufgestockt werden sollen.
Spontandemo in Berlin: Festnahmen
Bei einer Spontandemonstration von Globalisierungskritikern in Berlin ist es zu mehreren Festnahmen gekommen. Nach dem Ende des G8-Gipfels der wichtigsten Industrienationen in Heiligendamm seien in der Haupstadt etwa 450 vorwiegend junge Leute vom Hackeschen Markt im Bezirk Mitte zum nahe gelegenen Rosenthaler Platz gezogen, wie die Polizei mitteilte. Dabei habe es vereinzelte Flaschen- und Steinwürfe gegeben. Mehrere Störer seien festgenommen worden, unter anderem wegen Landfriedensbruchs. Zahlen nannte die Polizei nicht.
Die Ordnungshüter waren nach offiziellen Angaben mit 1000 Beamten im Einsatz, um einen Weitermarsch der Demonstranten ins Regierungsviertel zu verhindern. Vor Mitternacht beruhigte sich die Lage. Die jungen Leute blockierten friedlich eine Straßenkreuzung am Rosenthaler Platz. Dem Vernehmen nach hatten sich die Demonstranten nach ihrer Rückkehr aus Rostock am Hackeschen Markt zusammen gefunden.
Rund um Heiligendamm und Rostock blieb die Lage ebenfalls ruhig, wie die Polizei-Sondereinheit Kavala mitteilte. "Es ist absolut ruhig, alle reisen ab", sagte ein Sprecherin. Vereinzelt feierten Globalisierungskritiker noch friedlich in den Camps.
(apa/red)
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