"War nicht einmal in Nähe einer G8-Demo": Junger Wiener aus Haft in Rostock entlassen
- Nach Stunden in Zelle in Rostocker Lagerhalle
- Wurde noch auf dem Weg zur Demo festgenommen
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dem Schlimmsten"
Polizei nach Krawallen vor
G-8-Gipfel beunruhigt!
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Ein 19-jähriger Schüler aus Wien ist nach eigenen Angaben nach über zehn Stunden in deutscher Haft entlassen worden. Roman Birke war nach Rostock gekommen, um an G-8-Gegenveranstaltungen teilzunehmen. Noch auf dem Weg nach Bad Doberan nahm ihn die Polizei jedoch am Schnellbahnhof Rostock-Bramow demnach in Gewahrsam. Der Vorwurf: Er hätte gegen das Vermummungsverbot verstoßen, indem er Sonnenbrille, Kappe und Tuch im Rucksack mitführte, so Birke zur APA.
Am Donnerstag gegen 20 Uhr sei der Schüler, Mitglied der "Liga für die 5. Internationale", nach Interventionen verschiedener Organisationen und Vermittlung durch die österreichische Botschaft auf freien Fuß gesetzt worden. Nach eigenen Angaben war er von etwa elf bis 20 Uhr am Donnerstag in einer etwa 25 Quadratmeter großen Zelle in einer Lagerhalle im Rostocker Industriegebiet zusammen mit einem Dutzend weiterer Aktivisten festgehalten worden. In einem Telefonat mit der APA über den Grund der Festnahme sagte Birke: "Es hat gereicht, dass ich mich hätte vermummen können, wenn ich gewollt hätte. Dabei war ich nicht einmal in der Nahe irgendeiner Demonstration."
Der Journalist Leo Gabriel hat mit Rechtsanwälten in Rostock, Konsulat und Außenministerium telefoniert, um Birke aus der Haft zu bekommen, wie er gegenüber der APA sagte. Als am Nachmittag einige deutsche Aktivisten, aber nicht Birke frei gelassen wurden, machte er sich "schon Sorgen", so Gabriel (LINKE-Opposition für ein solidarisches Europa). Gerade die Vorführung vor einen "Schnellrichter" in einem solchen Fall sei gefährlich, meinte Gabriel. Der könne "mir nix, dir nix zehn Monate Haft verhängen" und ein langwieriges Verfahren nähme seinen Lauf. Das österreichische Honorarkonsulat in Rostock bestätigte gegenüber der APA, sich mit dem Fall beschäftigt zu haben.
Der junge Globalisierungskritiker Birke warf der Polizei vor, von dieser "massiv provoziert" worden zu sein. Man habe ihn als "Steine werfenden Chaoten hingestellt". Birke kritisierte die Polizeipräsenz in Rostock: "Unser Camp wird ständig von Helikoptern überflogen, einmal hat die Polizei es sogar umstellt." Nach einem Platzverweis darf der Schüler sich nicht mehr in Rostock oder Bad Doberan aufhalten, er will bald zurück in Wien sein.
(apa/red)
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