Freitag, 8. Juni 2007

Bush, Blair & Co. haben die Spendierhosen an: G-8 lassen 60 Mrd. € für Afrika springen!

  • Mächtige einigen sich auf Anti-Aids-Hilfsprogramm
  • US-Präsident Bush schwänzt Termin: Magenprobleme

Mit einem beispiellosen Milliardenprogramm wollen die reichen Länder den Kampf gegen Aids, Malaria und Tuberkulose in Afrika unterstützen. Darauf haben sich die G-8-Staats- und Regierungschefs auf ihrem Gipfel in Heiligendamm verständigt. In ihrer Abschlusserklärung versprechen die führenden Industrieländer und Russland (G-8), zur Bekämpfung dieser Infektionskrankheiten insgesamt 60 Milliarden Dollar (knapp 45 Milliarden Euro) zu geben. Die Hälfte davon werden allein die USA, die übrige Summe von 30 Milliarden Dollar die sieben anderen G-8-Staaten tragen.

Das Programm war vor knapp zwei Wochen von US-Präsident George W. Bush in Grundzügen vorgeschlagen worden. Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel wollte den Beschluss in Heiligendamm nach dem Treffen der G-8-Länder mit afrikanischen Staats- und Regierungschefs vorstellen. Bush nahm am Schlusstag des Gipfels nicht an der Eröffnungssitzung teil, nach Angaben des Weißen Hauses hatte er sich den Magen verdorben.

In ihrer Erklärung zu Afrika unterstreichen die Staats- und Regierungschefs ferner ihre Verpflichtungen, die sie vor zwei Jahren auf dem Gipfel im schottischen Gleneagles eingegangen sind. Danach müssen die G-8-Staaten bis 2015 0,7 Prozent des Nationaleinkommens für Entwicklungshilfe aufwenden.

Afrikanische Staaten zur Modernisierung aufgerufen
Die afrikanischen Staaten werden aufgefordert, ihre Länder zu modernisieren. Dies bedeutet nach den Worten Merkels vor allem eine Verstärkung des Kampfes gegen die Korruption, eine Festigung der Demokratie und eine stärkere Beachtung der Zivilgesellschaft.

Merkel sagte, die Botschaft an die afrikanischen Staaten laute: "Wir sind uns unserer Verantwortung bewusst und werden unsere Verpflichtungen erfüllen." Für die Afrikanische Union erklärte deren  Vorsitzender, der Präsident Ghanas, John A. Kufour, auch die afrikanischen Staaten wollten ihren Beitrag dazu leisten, dass aus dem Outreach-Prozess eine echte Partnerschaft werde.

(apa/red)

8.6.2007 15:17