G-8-Staaten wollen Afrika weniger Hilfe zusagen: Letzte Zusagen nicht eingehalten
- Papst Benedikt XVI. forderte unterdessen Gegenteil
- "Versprechungen dürfen nicht vernachlässigt werden"
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Vom G-8-Gipfel in Heiligendamm sind nach Informationen aus Delegationskreisen kaum bedeutende neue Hilfen für Afrika zu erwarten. "Einige G-8-Mitglieder sind müde von immer neuen Hilfszusagen und wollen sie nicht unterstützen", sagte ein ranghohes Mitglied einer Gipfeldelegation. "Und es sind mehr als ein oder zwei Länder." In Expertengesprächen werde um Formulierungen gerungen, die für alle Teilnehmer akzeptabel wären.
Die G-8 haben allerdings schon das Versprechen ihres Gipfels vor zwei Jahren, die Hilfe für Afrika zu verdoppeln, bisher nicht gehalten. Im schottischen Gleneagles war eine Erhöhung der Entwicklungshilfe bis 2010 um 25 Milliarden US-Dollar zugesagt worden. Hilfsorganisationen und auch die Weltbank forderten die G-8 vor dem Gipfel zu einem entschiedeneren Handeln auf.
Papst erneuert G-8-Appell
Papst Benedikt XVI. hat unterdessen abermals die reichsten Industrienationen der Welt dazu gedrängt, ihre Hilfszusagen für Not leidende Länder einzuhalten. "Die Versprechungen, die Entwicklungshilfe für die ärmsten Bevölkerungen, vor allem in Afrika, zu erhöhen, dürfen nicht vernachlässigt werden", sagte der Papst bei der Generalaudienz am Mittwoch auf dem Petersplatz vor 40.000 Menschen.
Dabei erinnerte der Papst an seinen Briefwechsel mit der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel vom vergangenen Dezember, wobei er ihr im Namen der katholischen Kirche für die Entscheidung dankte, das Thema Armut unter besonderer Berücksichtigung Afrikas auf der Tagesordnung zu halten.
Bildung als Basis für nachhaltige Entwicklung
Bildung sei die Basis für nachhaltige Entwicklung, erinnerte Papst Benedikt in seiner Botschaft. Nicht umsonst laute das zweite große Millenniumsziel "Schulbildung für alle". Bis 2015 solle sichergestellt sein, dass jeder Bub und jedes Mädchen eine abgeschlossene Grundschulbildung durchläuft. "Das ist integraler Bestandteil des Erreichens aller anderen Millenniumsziele und der Ausgangspunkt für selbstständige und nachhaltige Entwicklungsprozesse", so der Papst.
Die katholische Kirche habe seit jeher eine unersetzliche Rolle im Bereich Erziehung, besonders auch dort, wo staatliche Strukturen fehlten, so Papst Benedikt. Daher verdienten kirchliche Schulen öffentliche Unterstützung.
(apa/red)
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