Dienstag, 5. Juni 2007

Kofi Annan ruft G-8-Staaten zu Klimaschutz auf: "Konkrete Strategie ist jetzt gefragt"

  • USA: Widerstand gegen Kyoto-Protokoll überdenken
  • Bush will 15 größten Umweltsünder an 1 Tisch bringen

Der frühere UN-Generalsekretär Kofi Annan hat die G-8-Staaten kurz vor dem Gipfel in Heiligendamm zu konkreten Schritten für den Klimaschutz aufgerufen. "Die Dringlichkeit, mit der sich politische Führer dieses Themas annehmen, ist nicht fehl am Platz", sagte Annan bei einem Treffen der Umweltschutzorganisation WWF in Peking. Deshalb müsse sich die G-8 jetzt auf ein Abkommen zur Weiterentwicklung der globalen Klimastrategie einigen.

Die Debatte über den Klimaschutz sei auf Grund wissenschaftlicher Erkenntnisse vom politischen Niemandsland auf die Tagesordnung von Gipfeltreffen gerückt, betonte Annan. Jetzt seien konkrete Schritte gefragt. So müssten die USA ihren Widerstand gegen das Kyoto-Protokoll überdenken. Zudem müssten China, Indien und Brasilien mit Hilfe der reichsten Länder in die Strategie eingebunden werden. Das Kyoto-Protokoll schreibt den Abbau von Treibhausgasen bis 2012 vor und wurde von 35 Staaten ratifiziert.

Bundeskanzlerin Angela Merkel will als amtierende G-8-Vorsitzende auf dem Gipfel verbindliche Ziele über das Kyoto-Protokoll hinaus festschreiben. Dagegen wehren sich aber besonders die USA. Präsident George W. Bush hat eine eigene Initiative angekündigt, in der er die 15 größten Verschmutzer an einen Tisch bringen will. Die Schwellenländer sind bislang aber nicht bereit, verbindliche Ziele für den reduzierten Ausstoß von Treibhausgasen zu akzeptieren.

(apa/red)

5.6.2007 11:41