Sonntag, 10. Juni 2007

Angeblich dramatische Reduktion geplant: Bald nur noch 50.000 US-Soldaten im Irak?

  • Zeitung: 100.000 Mann weniger ab Mitte 2008
  • Vollständiger Abzug allerdings noch in weiter Ferne

Die US-Armee erwägt nach Medienangaben, ihre derzeit im Irak stationierten 150.000 Soldaten ab Mitte 2008 auf ein Kontingent von etwa 50.000 zu verringern. Davon entfallen 20.000 auf eine Infanteriedivision, die für die Sicherheit der irakischen Regierung zuständig sein, und in Kämpfe eingreifen soll, wenn irakische Einheiten in Schwierigkeiten geraten, meldete die "Washington Post".

Weitere 10.000 Soldaten sollen demnach die irakischen Sicherheitskräfte ausbilden und beraten. Ebenfalls 10.000 Armeeangehörigen seien für Logistik und Befehlsgewalt vorgesehen. Hinzu kämen Sondereinsatzkräfte für den Kampf gegen das Terrornetzwerk Al-Kaida im Irak.

US-Verteidigungsminister Gates hatte in den vergangenen Tagen bereits zu verstehen gegeben, dass er an eine längere Truppenpräsenz im Irak statt an einen vollständigen Abzug denke. Der Sprecher des Weißen Hauses, Tony Snow, hat ein langfristiges Engagement im Irak mit der fünf Jahrzehnte langen Truppenstationierung in Südkorea verglichen.

Nach Kriegsbeginn im März 2003 ging die US-Armee ursprünglich davon aus, dass im Herbst jenes Jahres nur noch 30.000 Mann im Irak stationiert blieben. Angesichts von Chaos, Gewalt und blutigen Anschlägen kündigte US-Präsident Bush Anfang des heurigen Jahres eine Truppenverstärkung um 27.000 Mann an. Die US-Truppenstärke wird dann nach Eintreffen der letzten Einheiten im Irak Mitte Juni über 150.000 Mann liegen.

(apa)

10.6.2007 18:30