Neue Serie von Gewalttaten im Irak: 27 Menschen bei mehreren Anschlägen getötet
- US-Kommandant räumt Anstieg der Gewalt ein
- Mehr als 4 Millionen Iraker mussten Heimat verlassen
·Irak-Abzug wäre die erste Amtshandlung
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Bei einer neuen Serie von Gewalttaten sind im Irak 27 Menschen getötet worden. Ein Selbstmordattentäter riss nach US-Militärangaben 15 Menschen mit in den Tod, als er in Amiriyah unweit von Falluja auf einem Markt seinen Sprengsatz zündete. Die Opfer gehörten zum Buissa-Stamm, dessen Mitglieder sich zum Großteil einer Allianz gegen die Al Kaida im Irak zusammengeschlossen haben, wie die Polizei mitteilte.
In Bagdad wurde nach US-Militärangaben eine Selbstmordattentäterin getötet, bevor sie vor einem Rekrutierungszentrum der irakischen Polizei ihren Sprengsatz zünden konnte. Bei mehreren anderen Gewalttaten in Bagdad wurden im Laufe des Tages nach Angaben irakischer Sicherheitskräfte zehn Menschen getötet.
US-Kommandant Petraeus räumt Anstieg der Gewalt ein
Der oberste Befehlshaber der US-Streitkräfte im Irak, David Petraeus, räumte im Fernsehsender CBS ein, dass die Gewalt in jüngster Zeit stark angestiegen sei. Nach der Entsendung von zunächst 30.000 zusätzlichen US-Soldaten nach Bagdad im Februar sei ein Rückgang verzeichnet worden, im Mai jedoch ein deutlicher Anstieg. Nach einer Zählung der Nachrichtenagentur AP kamen im vergangenen Monat mindestens 2.155 irakische Zivilpersonen bei Anschlägen und anderen politisch motivierten Verbrechen ums Leben.
In Bagdad verhinderten Wachmänner einen Selbstmordanschlag vor einer Rekrutierungsstelle der Polizei. Die in einen schwarzen Tschador gekleidete Attentäterin ignorierte nach Behördenangaben Aufrufe zum Stehenbleiben, woraufhin auf sie geschossen wurde. Ihr Sprengsatz explodierte, und die Frau war auf der Stelle tot. Drei Polizisten wurden leicht verletzt.
In Ramadi westlich von Bagdad gelang es einem Selbstmordattentäter, seine Autobombe vor einem Kontrollpunkt zu zünden. Mindestens sechs Polizisten wurden mit dem Mann in den Tod gerissen. Ein Anschlag im Norden des Landes kostete mehrere irakische Soldaten das Leben. Außerdem wurden landesweit wieder zahlreiche Leichen von Gefolterten aufgefunden.
Mehr als vier Millionen Iraker mussten ihre Heimat verlassen
Die Gewalt hat nach Angaben des Flüchtlingshochkommissariats der Vereinten Nationen (UNHCR) schon mehr als vier Millionen Iraker zur Flucht aus ihren Häusern veranlasst. Rund 2,2 Millionen seien ins Ausland gegangen, weitere zwei Millionen im eigenen Land auf der Flucht, erklärte UNHCR-Sprecherin Jennifer Pagonis in Genf. Etwa 1,4 Millionen Iraker leben demnach in Syrien im Exil, weitere 750.000 in Jordanien. Die meisten Betroffenen kommen aus Bagdad oder der unmittelbaren Umgebung der Hauptstadt.
(apa/red)
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