Montag, 4. Juni 2007

Macht Ankara Einmarsch-Drohung wahr? Offenbar türkischer Angriff im Nordirak

  • Truppen haben Rebellen-Stellungen angegriffen
  • Kurdische Rebellen töten sieben türkische Soldaten

Die Türkei hat ihren Standpunkt bekräftigt, dass sie ein Recht auf ein Vorgehen gegen die bewaffneten Kurden-Rebellen im Nordirak habe. Außenminister Abdullah Gül erklärte dies gegenüber der EU-Troika, die in Ankara zusammentrat, und vor dem Hintergrund eines neuen tödlichen Angriffs von mutmaßlichen PKK-Rebellen auf das türkische Militär mit sieben Toten in der Südosttürkei. Nach Angaben der pro-kurdischen Nachrichtenagentur Firat habe die türkische Armee Rebellenstellungen im Irak unter Artilleriebeschuss genommen.

Bei einem Angriff auf einen militärischen Wachposten im Osten der Türkei töteten mutmaßlichen kurdische Rebellen nach Medienberichten sieben Soldaten. Mindestens sieben weitere Soldaten wurden bei dem Überfall in der Provinz Tunceli verwundet. Die Armee bestätigte zunächst den Tod von drei Soldaten.

Die türkische Nachrichtenagentur Anadolu Ajansi meldete sieben Tote. Zwei der Angreifer seien mit einem Fahrzeug in den Stützpunkt hineingefahren und hätten Handgranaten gezündet. Kurz darauf sei der Wachposten mit Gewehrfeuer belegt worden. Während des Feuergefechts sei auch einer der Angreifer getötet worden, ein zweiter habe verletzt fliehen können. Die Streitkräfte reagierten laut Medienberichten mit einer weiteren Verstärkung in der Region.

Zusammenstöße zwischen der türkischen Armee und Kämpfern der illegalen Kurdischen Arbeiterpartei PKK haben in den vergangenen Wochen wieder zugenommen. Einem Guerillakrieg der verbotenen PKK für eine Autonomie der Kurden im Südosten der Türkei waren von 1984 bis 1999 mehr als 35.000 Menschen zum Opfer gefallen. Nach dem irakischen Einmarsch in Irak haben sich die PKK-Kämpfer in die nordirakischen Berge zurückgezogen. Von dort operieren sie bei ihren Angriffen auf türkischen Gebiet.

Türkische Truppen hätten nahe der Grenzstadt Zakho im Nordirak einen Raketenangriff geführt, meldete die in Belgien ansässige Kurden-Agentur Firat unter Berufung auf Quellen im irakischen Kurden-Gebiet. Eine Bestätigung der türkischen Behörden, die Firat als Sprachrohr der kurdischen Rebellen kritisieren, lag nicht vor. Bereits am Sonntag hatte Firat einen Angriff in der Region gemeldet. Die Türkei hat in den vergangenen Wochen ihre Truppen an der Grenze zum Irak verstärkt und mit einem Einmarsch gedroht, um PKK-Basen anzugreifen.

(APA/red)

4.6.2007 17:23