Donnerstag, 7. Juni 2007

"Immer mit zwei Perioden gerechnet": Van Staa will Tiroler VP in nächste Wahl führen

  • Landeshauptmann fühlt sich mit 65 nicht zu alt
  • 2008 finden Landtagswahlen im "Heiligen Land" statt

Der Tiroler Landeshauptmann Herwig van Staa will die ÖVP bei der Landtagswahl 2008 als Spitzenkandidat anführen. Dies bekräftigte der Landeschef im Gespräch mit der APA. Auch am Wahltermin werde nicht gerüttelt. Die Legislaturperiode solle normal auslaufen. Der Urnengang finde im Herbst des kommenden Jahres statt, sagte Van Staa, der bald seinen 65. Geburtstag feiert.

Er habe sein Engagement als Landeshauptmann "immer auf zwei Perioden angelegt". Daher stehe er auch für eine zweite Legislaturperiode zur Verfügung. Bei schweren Wahlverlusten würde er in den zuständigen Gremien die Vertrauensfrage stellen. Die Stimmung bei der Bevölkerung sei allerdings "gut". Die wirtschaftliche und soziale Situation mache Tirol zu den führenden Regionen in ganz Europa, betonte Van Staa. Auch im Österreich-Vergleich sei Tirol "gut aufgestellt".

Das mit dem Koalitionspartner SPÖ vereinbarte Arbeitsprogramm werde wie vorgesehen abgearbeitet. Mit der Arbeit des umgebildeten Regierungsteams sei er zufrieden. Er wolle auch mit dem kompletten VP-Regierungsteam in die Landtagswahl gehen.

Seinem Bundesparteiobmann, Vizekanzler Wilhelm Molterer attestierte Van Staa "ausgezeichnete Arbeit". Große Probleme orte er bei der Umsetzung der Bundesstaatsreform und dem Finanzausgleich. Für Tirol werde die Realisierung des Brennerbasistunnels zu einer der wichtigsten Fragen der nächsten Monate und Jahre.

Seinen Geburtstag will Van Staa als "ganz normalen Veranstaltungstag" absolvieren. "Der 65-iger ist ja schließlich kein Verdienst", meinte er. Unter anderem ist der Besuch des Jungbauerntages geplant. Am Abend richtet seine Hochschulverbindung für ihn in Innsbruck eine Feier aus. Schützen und Musikkapelle in seinem Wohnort hätten ihr Kommen angesagt.

Geboren wurde Van Staa am 10. Juni 1942 in Linz. Nach der Matura wechselte er 1960 zum Studium der Rechtswissenschaften, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften, Volkskunde und Soziologie nach Innsbruck. Unter anderem leitete der "Doppeldoktor" seit 1980 das Institut für Alpenländische Land- und Forstwirtschaft. Nach heftigen Streitereien innerhalb der Innsbrucker Volkspartei trat Van Staa mit Gleichgesinnten unter dem Namen "Für Innsbruck" bei der Gemeinderatswahl 1994 an, erreichte auf Anhieb die relative Mehrheit und wurde Bürgermeister in der Landeshauptstadt. 2002 wechselte er in das Landhaus und ist seither Landeshauptmann. Bei der Landtagswahl 2003 erreichte er mit 49,89 Prozent der Stimmen 20 der 36 Landtagsmandate und bildete trotz absoluter Mehrheit eine Koalitionsregierung mit der SPÖ.

Seit 1974 ist Van Staa mit der Tochter des legendären Landeshauptmannes Eduard Wallnöfer, Luise, verheiratet. Das Paar hat
einen Sohn und eine Tochter.
(APA/red)

7.6.2007 09:32