Mittwoch, 6. Juni 2007

20 Tote bei Unfällen auf Bahnübergängen: Unterschätzte Gefahr an Zugkreuzungen

  • ÖAMTC fordert bessere Absicherung der Übergänge
  • Besondere Vorsicht ohne Lichtzeichen und Schranken

Die Gefahr an Eisenbahnkreuzungen wird unterschätzt: Alleine im Jahr 2006 gab es 72 Unfälle mit 77 Verletzten und 20 Getöteten, berichtet der ÖAMTC. Club-Jurist Martin Hoffer fordert eine bessere Absicherung der ungesicherten Bahnübergänge. "Lichtsignale alleine reichen nicht aus", so der Experte. Nur Schranken seien in der Lage, die Zahl der Unfälle nachhaltig zu reduzieren.

Jährlich ist laut ÖAMTC etwa jeder 30. Verkehrstote in Österreich auf einer Eisenbahnkreuzung zu beklagen. "Bahnübergänge auf gewohnten Strecken bergen ein besonderes Risiko, weil individuell gemachte Erfahrungen zu einer verzerrten Risikoeinschätzung führen können", warnte Verkehrspsychologin Dora Donosa. Beispielsweise sei ein Autofahrer bei regelmäßiger Querung ein und desselben Bahnübergangs gewohnt, dass ein Zug nur selten oder zu bestimmten Zeiten auf der Strecke fährt.

Der ÖAMTC rät zu besonderer Vorsicht bei Übergängen ohne Lichtzeichen oder Schranken: Sehe man nicht den gesamten Verlauf der Bahnstrecke vor der Eisenbahnkreuzung, etwa weil die Bahntrasse einer Kurve folgt oder die Sicht durch ein Hindernis eingeschränkt ist, empfiehlt es sich, zur Not auch das Fenster zu öffnen und die Ohren zu spitzen. Oft ist es notwendig, mehrere Sekunden auf ein Warnsignal zu warten, denn ein Zug pfeift nicht ständig.

(apa/red)

6.6.2007 12:44