Kaltenbrunner will auf den K2: Alpinistin träumt nach Dhaulagiri-Unglück vom Gipfel
- Nächsten Mittwoch startet Aufstieg mit Ehemann Ralf
- Kinofilm geplant: Auch Kamera-Team ist mit dabei
·GRAFIK: Gerlinde
Kaltenbrunners Berge
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unter Schneemassen
Nepal: Lawine überrascht Alpinistin Kaltenbrunner

Gerlinde Kaltenbrunner hat nach dem Lawinenunglück am Dhaulagiri in Nepal ein neues Ziel. Am 13. Juni bricht die oberösterreichische Alpinistin zum K2 auf, dem mit 8.611 Metern zweithöchsten Berg der Erde. Mit im Team sind ihr deutscher Ehemann Ralf Dujmovits und zwei Kameramänner, die Material für einen Kinofilm sammeln wollen.
Ende Mai kehrte die aus Spital am Phyrn stammende Kaltenbrunner von der Reise zum 8.167 Meter hohen Dhaulagiri in Nepal in ihre Wahlheimat Schwarzwald zurück. Dort erholte sich die gelernte Krankenschwester von den schlimmsten Augenblicken ihres Bergsteigerlebens: Eine Schneelawine hatte ihr Zelt und jenes zweier Spanier auf 6.650 Meter Höhe verschüttet.
Während die beiden Spanier starben, kam Kaltenbrunner mit dem Schrecken davon. "Das waren wirklich sehr, sehr schwere Momente", so die 36-Jährige. "Aber ich schaue nach vorn und versuche das Geschehene am Dhaulagiri hinter mir zu lassen."
Alle Konzentration gilt nun der Besteigung des K2 an der pakistanisch-chinesischen Grenze, am 13. Juni startet der Flug nach Islamabad. Dem vierköpfigen Team steht eine lange Anreise bevor: Zunächst geht es über den Karakorum-Highway vorbei am Nanga Parbat in den Ort Skardu. "Dann fahren wir noch einen Tag mit dem Jeep bis Askole. Von dort marschieren wir in acht Tagen ins 5.200 Meter hoch gelegene Basislager über dem Baltoro-Gletscher", erzählt Kaltenbrunner.
K2 verzeiht keine Fehler
An Ort und Stelle soll zur Akklimatisierung ein Berg erklommen werden, bevor der K2 im Alpinstil über die extrem steile Cesen-Route in Angriff genommen wird. Spätestens Ende Juli bzw. Anfang August will die Profibergsteigerin oben stehen, es wäre ihr zehnter Achttausender-Hauptgipfel.
Der höchste Berg im Karakorum gilt als der am schwierigsten zu besteigende Gipfel überhaupt. "Allein die Höhe von 8.611 Metern ist schon enorm, ohne künstlichen Sauerstoff ist der Berg sehr schwierig zu besteigen", weiß die gelernte Krankenschwester, was auf sie zukommt. Technisch wird von den Alpinisten alles abverlangt, kaum ein Berg weist so lange und so steile Aufstiege auf. Problematisch ist auch das Wetter: "Im Karakorum wechselt das Wetter sehr schnell, es kann innerhalb einer Stunde arg schlechtes Wetter einbrechen. Da muss man enorm aufpassen", so Kaltenbrunner.
Begleitet werden Kaltenbrunner und Dujmovits von den zwei Kameraleuten David Göttler und Daniel Bartsch. "Es ist für mich das erste Mal, dass ein Kamera-Team mit dabei ist. Die zwei Kameraleute sind sehr gute Bergsteiger und Freunde von uns. Das war für mich Grundvoraussetzung dafür, dass ich mich darauf einlasse", so die Oberösterreicherin. Geplant ist ein Kinofilm über diese und weitere Expeditionen der 36-Jährigen.
Winterbesteigung des Makalu geplant
Die Projekte dürften auch Bundespräsident Fischer interessiert haben, denn das Staatsoberhaupt lud Kaltenbrunner zu deren Freude in die Hofburg ein. "Ich glaube, dass man nicht so oft im Leben die Möglichkeit hat, den Bundespräsidenten zu treffen und mit ihm persönlich zu sprechen. Ich habe mich wahnsinnig gefreut, zumal er ja sehr bergbegeistert ist", meinte die populäre Alpinistin.
Für die Zeit nach dem K2 geistern im Hinterkopf der Bergsteigerin bereits neue Pläne: Im Dezember bzw. Jänner würde sie gerne als Erste eine Winterbesteigung des 8.463 Meter hohen Makalu in Nepal meistern. Der Makalu ist kein Unbekannter mehr: Im Jahr 2001 stand Kaltenbrunner bereits oben.
(apa/red)
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