Dienstag, 5. Juni 2007

Reform der ORF-Reform kommt: Wrabetz spricht in NEWS exklusiv über neue Pläne!

  • "Es gibt Handlungsbedarf, wir werden reformieren"
    Serienflop "Julia" wird schon am 11. Juni abgesetzt
  • IHRE MEINUNG: Was sagen Sie zur ORF-Misere?

ORF-KRISE. Nach dem Quotenabsturz und Serien-Flops zieht ORF-General Alexander Wrabetz jetzt die Notbremse – und kündigt via NEWS eine neuerliche Reform an.

NEWS: Der ORF verliert kontinuierlich an Marktanteil und Quote. Langsam wird's dramatisch, oder? Wie erklären Sie sich die Verluste?
Wrabetz: Es stimmt, dass wir verlieren, und zwar in zwei Richtungen. Einerseits verlieren wir an die Kleinsender. Da geht die Hälfte hin. Das ist durch die größere Beweglichkeit des Publikums erklärbar. Andererseits hat uns ein Format wie "Germany's Next Topmodel", das wir nicht haben, viele Seher weggenommen. Wir hatten gerade an Donnerstagen eine stark öffentlich-rechtliche Programmierung. Wir brachten zum Beispiel eine Dokumentation über Tschernobyl, während Heidi Klums Show lief.

NEWS: Aber der ORF hat nicht nur an Donnerstagen ein Problem.
Wrabetz: Nein, das sage ich auch nicht. Aber ein Teil der Probleme geht auf die öffentlich- rechtliche Programmierung zurück.

NEWS: Der ORF ist ja eine öffentlich-rechtliche Anstalt. Glauben Sie wirklich, dass nur dort das Problem liegt?
Wrabetz: Natürlich haben auch einzelne Sendungen der Programmreform nicht so funktioniert, wie wir uns das vorgestellt hatten. Einerseits "Mitten im 8en", andererseits "Julia", das am 11. Juni abgesetzt wird.

NEWS: Sie hatten Ihre Reform als "größte Programmreform aller Zeiten" angekündigt. War die Programmreform falsch?
Wrabetz: Die Reform an sich war ja notwendig. Vieles von dem, was wir neu gemacht haben funktioniert gut, manches funktioniert nicht.

NEWS: Vor allem "Mitten im 8en" ist ein Total-Flop, nicht?
Wrabetz: "MiA" ist zwar immer noch knapp Marktführer bei den Serien, aber das Niveau ist natürlich bei weitem zu niedrig.

NEWS: Sie haben "MiA" bis September eine Galgenfrist eingeräumt, oder?
Wrabetz: Ja. Die Sendung hat mit großen Imageproblemen zu kämpfen. Man muss sich anschauen, inwieweit die jetzt eingeleiteten Änderungen greifen. Bei "MiA" haben sich die Dinge sicher nicht so entwickelt, wie es sein sollte.

NEWS: Jetzt steht die Reform der Reform des ORF-Programms an, oder?
Wrabetz: Bei der Programmreform gab es eine starke Fokussierung auf einen bestimmten Termin, ein zu starkes Abstellen auf einen bestimmten Zeitraum. Jetzt müssen wir behutsam reformieren. Es sind viele kleine Schritte, die wir setzen müssen. Es hat keinen Sinn, jetzt hektisch zu sein. Wir müssen in Ruhe überlegen und dort, wo es nötig ist, auch Änderungen setzen.

NEWS: Das heißt, Sie sehen einen klaren Handlungsbedarf?
Wrabetz: Es gibt sicher einen Handlungsbedarf. Die Programmplanung ist in den Programmdirektionen. Ich habe jetzt meine Planungsabteilung beauftragt, dass jetzt alles viel enger abgestimmt werden muss.

Das ganze Interview und noch mehr zur Reform der ORF-Reform lesen Sie in NEWS 23/07!

5.6.2007 17:29