Arbeitsmarkt soll für Asylwerber geöffnet werden: Fordern Gewerkschaft & Wirtschaft
- "Gebot der Menschlichkeit" und ökonomisch sinnvoll
- Derzeit Arbeit nur im Rahmen der Saisonarbeit tätig
·Strache für weitere Zuwanderer-Hürden
Deutschkenntnisse schon
vor der Antragsstellung
·Asyl: Doch noch Gnade für die Sharifis
Iraner und 14-jährige Tochter bleiben in Leoben
·Asyl: Anträge sind 2007 weiter gesunken
Flüchtlingszustrom meist aus Serbien und Russland
Das EQUAL-Netzwerk für AsylwerberInnen mit dem Namen AUTARQ2 hofft auf die Öffnung des Arbeitsmarktes für Asylwerber, und sieht dafür "positive Entwicklungen". Bei einer Pressekonferenz erfuhr die Initiative von den Sozialpartnern in Form der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA) und der Wirtschaftskammer (WKÖ) Unterstützung, für die eine Öffnung des Arbeitsmarktes sowohl ein "Gebot der Menschlichkeit" ist und auch ökonomisch Sinn macht.
Derzeit seien Asylwerber fast vollständig vom legalen Arbeitsmarkt ausgeschlossen, auf Grund gesetzlicher Restriktionen könnten diese während des Verfahrens fast nur im Rahmen der Saison- und Erntearbeit tätig werden, beklagte Heinz Fronek, der Koordinator des Netzwerks. Dieses oft jahrelange Nichtstun der Asylwerber habe gravierende Konsequenzen, nach Jahren der Untätigkeit seien die Asylwerber oft nicht mehr qualifiziert und finden nur schwer zurück ins Erwerbsleben, oder müssten der Schwarzarbeit nachgehen, zudem kosten sie dem Staat viel Geld für die Unterbringung.
Dabei würden viele Asylwerber Qualifikationen mitbringen, die auf dem Arbeitsmarkt gesucht würden. Bei der derzeitigen Lage sei es "durchaus möglich" den Arbeitsmarkt zu öffnen, weder führe der erleichterte Zugang zum Arbeitsmarkt zu mehr Arbeitslosigkeit, noch sei dies ein Pull-Faktor für potenzielle Immigranten, so Fronek mit einem Verweis auf Finnland, wo Asylwerber schon nach drei Monaten uneingeschränkten Zugang zum Arbeitsmarkt bekommen. Äußerungen der Sozialpartner und einzelner Minister lassen jedoch auf eine "greifbare Öffnung des Arbeitsmarktes" für Asylwerber hoffen, so Fronek zuversichtlich.
Die Sozialpartner leisteten dem Anliegen des Netzwerks Schützenhilfe. So verwies Margit Kreuzhuber von der Wirtschaftskammer auf einen Rechnungshofbericht, aus dem hervor gehe, dass Asylwerber dem Staat durch die langen Verfahrenszeiten 325 Mio. Euro gekostet hätten. Schon deswegen sei es sinnvoll, dass Asylwerber einer regulären Tätigkeit nachgehen und sich selbst erhalten können, auch würde der Arbeitsmarkt diese Menschen "sehr nötig brauchen". Zudem verhinderten gesetzliche Regelungen, dass Ausländer Österreichern einen Arbeitsplatz wegnehme, so die WK-Vertreterin.
Die Vertreterin der GPA, Dwora Stein, verwies noch einmal auf die Linie der Arbeitnehmerseite, die "seit Jahren für den freien Zugang zum Arbeitsmarkt für Asylwerber" eintrete. Das sei nicht nur ein "Gebot der Menschlichkeit", sondern auch ökonomisch sinnvoll. Denn mit bezahlter Arbeit könnten die Asylwerber selbst einen Beitrag für ihren Unterhalt leisten, zum anderen würden die Asylwerber damit nicht in den Schwarzarbeitsmarkt gedrängt und die Löhne drücken.
(apa/red)
Fall Heidrun Wastl13:58
Die irre BeichteTatverdächtiger Erich W. spricht von Unfall - "Ich habe sie vermutlich getroffen"
Anders Behring Breivik19:11
War er Einzeltäter?Norwegens Polizei ist sicher, dass der Attentäter die Anschläge allein ausgeführt hat
