Gutachten gab Ärzten Schuld für Tod nach Operation: Krankenhaus bezweifelt Befund
- Experte schreibt von einem "chirurgischen Fehler"
- Frau starb 2004 nach einer Magenbandoperation
Nach einer Operation, die für eine Oberösterreicherin tödlich geendet hat, gibt ein Gutachter den Ärzten die Schuld. Er schreibt von einem "chirurgischen Fehler", berichteten die "Oberösterreichischen Nachrichten" (OÖN). Das Krankenhaus bezweifelt den Befund. Der Witwer kämpft um rund 3.800 Euro Begräbniskosten.
Die Frau war Ende Dezember 2004 nach einer Magenbandoperation gestorben. Wie es im Gutachten eines gerichtlich beeideten Sachverständigers heißt, dürfte "durch das unkontrollierte Miterfassen des Magenschlauches mit dem Klammergerät Fremdmaterial in der Klammernaht verblieben" sein. Die so verursachten schweren Entzündungen seien nur mit Antibiotika behandelt worden. "Das Ableben der Frau kann nicht als schicksalhafte Behandlungsfolge im Rahmen des Operationsrisikos bewertet werden", so die Expertise weiter.
Der Witwer und Vater von zwei Kindern erhebt schwere Vorwürfe: "Wichtige Krankenakten und Röntgenbilder sind im Spital nicht mehr vorhanden." Der Mann kämpft im Zivilprozess um die durch das Begräbnis entstandenen Kosten. Das sei "nur symbolisch", sagt er: "Wir wollen Verantwortung und Rechenschaft."
Das Gutachten werde vor Gericht zu erörtern sein, so der medizinische Leiter des Krankenhauses: "Nicht nur Ärzte, auch Gutachter können Fehler machen." Den Verlauf der Krankengeschichte bezeichnet er als "sehr bedauernswert und tragisch". Man wolle "nichts beschönigen, das ist keine erfreuliche Geschichte", wird der Mediziner zitiert.
(apa/red)
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