Freitag, 1. Juni 2007

Niedrigeres Alkolimit gegen Unfallwahnsinn:
Blutiges Pfingswochenende hat Auswirkung

  • NEWS: Verkehrsexperten fordern 0,1 Promille-Limit
  • Risikolenker: Führerscheinneulinge und "Easy Rider"

Es ist eine erschreckende Bilanz, die Verkehrsexperten vergangenen Dienstag präsentierten: Im Pfingstverkehr mussten 20 Menschen auf Österreichs Straßen ihr Leben lassen - so viele wie in den vergangenen zwölf Jahren nicht. Den traurigen Spitzenplatz belegt die Steiermark, wo es elf Tote zu beklagen gab, gefolgt von Niederösterreich (4), Kärnten (3), Oberösterreich und Tirol (1). Ursachen: überhöhte Geschwindigkeit, Alkohol und Selbstüberschätzung.

Rund 40 Prozent der tödlichen Verkehrsunfälle werden durch zu hohes Tempo verursacht. Mit ein Grund, warum der Verkehrsclub Österreich neben Tempo 80 auf Freilandstraßen jetzt auch die Reduktion der erlaubten Promillegrenze auf 0,1 fordert. "Diese Regelung sollte für alle Autofahrer gelten. Denn wer alkoholisiert ein Auto lenkt, spielt russisches Roulette", so VCÖ-Experte Martin Blum. Ein Pingpong der Zuständigkeiten spielt man indes in den Ministerien. Während Innenminister Günther Platter 80 km/h auf Freilandstraßen als "nicht zielführend" erachtet und seine Beamten lediglich mit mehr Alkohol-Vortestgeräten ausstatten will, fordert Verkehrsminister Werner Faymann (Bild) von Platter: "Verstärkte Kontrollen und ein massives Durchgreifen bei Verstößen."

Risiko junge Lenker
Eines der größten Probleme: unerfahrene Führerscheinneulinge. So wie jene 20-jährige Lenkerin, die im steirischen Gamlitz betrunken einen Verkehrsunfall verursachte. In einer Kurve verlor die Fahrerin die Kontrolle über ihr Fahrzeug. Ein Beifahrer wurde aus dem Fahrzeug geschleudert und starb.

Die Psychologin Ursula Messner fordert deshalb verstärkte Polizeikontrollen sowie eine Anpassung der Strafhöhen, bei denen Österreich im internationalen Vergleich immer noch als Eldorado der Alkolenker und Bleifüße gilt. Dass Schwerpunktkontrollen der Polizei durchaus Wirkung haben, zeigt sich im Burgenland, wo über Pfingsten 800 Alkotests und Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt wurden. Die Opferbilanz: neun Unfälle mit Verletzten - Tote musste man im Burgenland nicht beklagen.

Easy-Rider
Experten warnen vor "Easy Ridern". Neben jungen Lenkern bangen Verkehrsexperten nun bereits um eine weitere Gruppe: ältere Motorradfahrer mit wenig Erfahrung. Denn: Immer mehr A-Schein-Besitzer über 40 kommen nun in jenes Alter, wo sie sich PS-starke Maschinen leisten, diese jedoch nicht beherrschen können.

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1.6.2007 14:42