Alkohol billiger als alkoholfreie Getränke: Laut AKNÖ-Test in Gaststätten "Normalfall"
- Neubauer: Preise verleiten Jugendliche zum Saufen
- Wirte halten sich nur selten an Gewerbeordnung

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Ein halber Liter Apfelsaft für 5,40 Euro, ein halber Liter Bier dagegen für 3,50 Euro: Das sei in Gasthäusern beileibe keine Ausnahme, sondern laut Arbeiterkammer Niederösterreich (AKNÖ) "der Normalfall". Die Organisation stützt dieses Urteil auf eine Preiserhebung in 250 Gaststätten in Niederösterreich, deren Resultate bekannt gegeben wurden. Fazit: Alkoholische Getränke seien in der Regel viel billiger als alkoholfreie.
Die AKNÖ-Konsumentenberater eruierten bei ihrem Test die Preise für Bier, Cola, Apfelsaft und Leitungswasser. Eine Familie mit Kindern zahle mit 10,80 Euro für einen Liter Apfelsaft in einer Badener Gaststätte deutlich mehr als jemand, der dort einen Liter Bier um sieben Euro konsumiere, führte die AKNÖ ein Beispiel an. "Es ist keine Seltenheit, dass alkoholfreie Getränke um mehr als 50 Prozent teurer sind als alkoholhaltige. Das verleitet sicher auch so manchen Jugendlichen, sich für das Krügel und gegen eine Limonade zu entscheiden", meinte AKNÖ-Konsumentenberater Manfred Neubauer.
Laut Gewerbeordnung seien Wirte verpflichtet, zwei Sorten eines kalten alkoholfreien Getränkes anzubieten, die günstiger sind als das billigste im Lokal angebotene alkoholische Getränk. "Das ist nicht immer der Fall. Wir fordern, dass sich mehr Wirte an die Gewerbeordnung halten", sagt Neubauer.
Immerhin: Das Leitungswasser war in 237 Betrieben kostenlos. Den höchsten Preis hatte ein Gasthaus im Bezirk Melk verlangt. Stolze 60 Cent habe dort ein Glas Wasser gekostet.
(apa/red)
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