Gesundheit ist männlich bzw. weiblich: Medikamente wirken bei Frauen anders
- Gender-Medizin: Internationale Experten in Wien
- Männliches Y-Chromosom könnte künftig aussterben
Männer sind vom Mars, Frauen von der Venus - das dürfte auch auf die Medizin zutreffen: Das weibliche Geschlecht reagiert anders auf Medikamente und weist bei den selben Krankheiten andere Symptome auf. Während Männer unter 50 drei Mal so oft einen Herzinfarkt erleiden als gleichaltrige Frauen, erkranken letztere zwei bis drei Mal so häufig an Depressionen. Dem Thema geschlechtsspezifische Medizin ("Gender Medizin") widmet sich am kommenden Wochenende ein Kongress an der Medizinischen Universität in Wien.
Lange sei Frauengesundheit in der klinischen Forschung kein Thema gewesen. "Wir haben erkannt, dass die Unterschiede zwischen Mann und Frau enorm sind was den gesamten Körper betrifft", sagte Marianne Legato, Gender Medizin-Wegbereiterin an der Columbia Universität in den USA bei einer Pressekonferenz in Wien. So seien Männer in jungen Jahren doppelt so gefährdet, einen Herzinfarkt zu erleiden und auch früher daran zu sterben.
Unterschiedliche Wirksamkeit von Medikamenten
Geschlechtsspezifische Faktoren wie ph-Wert des Magensafts, Körperfett, Enzyme, Hormone und Stoffwechsel sorgen für eine unterschiedliche Aufnahme und Wirksamkeit von Medikamenten. Aspirin schützt etwa Männer besser vor Herzinfarkt als Frauen. Außerdem zeigen Frauen beispielsweise vier Mal so häufig Unverträglichkeiten auf bestimmte ACE-Hemmer bei Bluthochdruck, erklärte die Organisatorin des "Zweiten internationalen Kongresses für geschlechtsspezifische Medizin", Jeanette Strametz-Juranek von der Medizinischen Universität Wien. Gewisse Arzneien dürften weniger intensiv an Frauen erprobt worden sein: Denn vorgeschriebene Prozentsätze, wie viele weibliche Probandinnen an Studien teilnehmen müssen, gebe es in der EU nicht.
Gender Medizin verbucht erste Erfolge
Dennoch verbuche die Gender Medizin erste Erfolge, über die bei dem Kongress berichtet werden soll. So seien seit kurzem spezielle Knie-Prothesen für Frauen in Österreich erhältlich, berichtete die Wiener Kardiologin. Zuvor basierten diese ausschließlich auf der männlichen Anatomie, was die Rehabilitation für Frauen erschwerte und große Schmerzen verursachte.
Bei anderen Erkrankungen wiederum muss der Fokus verstärkt auf männlich Patienten gerichtet werden: Von Osteoporose-kranken Männern (fünf Prozent der Betroffenen) "wissen wir nicht, wie wir sie behandeln sollen. Das wurde bisher nicht untersucht", erklärte die schwedische Kardiologin Karin Schenck-Gustafsson.
Unterschiede bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Im Zentrum der Experten-Diskussionen stehen der geschlechtsspezifische Verlauf von Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Unterschiede bei Schmerz und Rehabilitation. Für interessierte Laien findet am Freitag am Rande der Veranstaltung ein "Gesundheitstag" in Baden mit Schwerpunkt Gender Medizin statt. An der Medizinischen Universität Wien soll das Thema Dauerbrenner bleiben: Voraussichtlich 2008 werde ein neuer, postgradualer Lehrgang für "Gender Based Health Care" mit dazugehöriger Professur entstehen, kündigte Rektor Wolfgang Schütz, an.
Männer sterben aus
In etwa 125.000 Jahren könnte Gender Medizin möglicherweise bereits wieder ein Auslaufmodell sein: Theorien zufolge könne das männliche Y-Chromosom dann ausgestorben sein, spekulierte die US-Medizinerin Legato. Wissenschafter würden sich daher bereits damit beschäftigen, aus weiblichen Stammzellen Spermien zu generieren. (apa/red)
Dessous von Katie Price13:13
Katies Wäsche(alb)traumDie Selbstvermarkterin hat wieder zugeschlagen - pink und mit halbnackter Unterstützung
Seitensprünge07:00
Geht er wirklich fremd?NEWS.AT-Checkliste: 15 Anzeichen, dass Ihr Liebster Sie tatsächlich betrügt
Sex und Gesundheit06:45
Krebs durch OralsexSchreckensnachricht: Gängige Sexualpraktik kann Tumor im Hals verursachen
