Mittwoch, 30. Mai 2007

Tödliches Laster: Rauchen fordert jährlich bis zu 14.000 Menschenleben in Österreich

  • Mehr Tote als durch Aids, Alkohol oder Unfälle
  • WHO fordert Hunderprozent rauchfreie Lebenswelten

Rund 10.000 bis 14.000 Menschen sterben in Österreich jährlich an den Folgen des Tabakkonsums. Das ungesunde Laster fordert somit mehr Menschenleben als Aids, Alkohol, illegale Drogen, Verkehrsunfälle, Morde und Selbstmorde zusammen, so der Fonds Gesundes Österreich (FGÖ). Weltweit werden zehn Prozent aller Todesfälle bei Erwachsenen durch das Rauchen verursacht.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) fordert daher anlässlich des Weltnichtrauchertages Hundertprozent rauchfreie Lebenswelten, hieß es in der Aussendung. Nur so könnten Raucher und Nichtraucher vor den nachteiligen Folgen des Tabakkonsums geschützt werden.

Auf verstärkte Hilfe für Raucher setzt Gesundheitsministerin und FGÖ-Präsidentin Andrea Kdolsky (V). "Mein Ziel ist es, den Rauchentzug dem Alkoholentzug gleichzustellen", erklärte sie. Tabakkonsum soll nicht länger als 'Lifestyle Problem' gesehen und somit als Sucht behandelbar werden.

Der FGÖ versuche Jugendlichen so zu stärken, dass diese gar nicht mit dem Rauchen beginnen, hieß es in der Aussendung. Dabei gebe es bereits erste Erfolge: Der Anteil der 15-jährigen Raucher sei im Zeitraum 1998 bis 2006 bei den Mädchen von 26 auf 22 Prozent gesunken. Bei den Burschen wurde eine Abnahme von 20 auf 19 Prozent festgestellt.

In Deutschland ist die Anzahl jugendlicher Raucher laut dpa auf einem historischen Tiefststand. Der Anteil der zwölf- bis 17-jährigen Raucher ging von 28 Prozent im Jahr 2001 auf 18 Prozent zurück. Zu diesem Ergebnis kam eine repräsentative Umfrage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, die im Frühjahr durchgeführt wurde. Seit Beginn der Befragungen 1979 sei kein so niedriger Wert festgestellt worden.

(apa/red)

30.5.2007 22:13