Donnerstag, 31. Mai 2007

EU sagt dem Terror im Web den Kampf an:
Taten der Al-Kaida-Medienexperten im Visier

  • Gemeinsamer Datenpool soll Ermittlung erleichtern

Die Staaten der Europäischen Union (EU) wollen bei der Überwachung von Internetseiten extremistischer Gruppen enger zusammenarbeiten. Mit ersten gemeinsamen Projekten sei bereits begonnen worden, heißt es in einem Beschlussentwurf für das nächste Treffen der EU-Innen- und Justizminister im Juni. So kooperierten einige Mitgliedsländer unter deutscher Führung bei der Auswertung von Aktivitäten der Medienspezialisten von Al-Kaida.

Außerdem baue die EU-Polizeibehörde Europol ein Informationsportal zum Austausch von Informationen über die Internetseiten militanter Gruppen aus, heißt es in dem Papier weiter. Das Web spiele mittlerweile eine wesentliche Rolle für die Vernetzung terroristischer Gruppen.

Gemeinsamer Datenpool
Interpol-Generalsekretär Ronald Noble kündigte unterdessen den Aufbau eines Computersystems an, das Ermittlern in aller Welt den direkten Zugriff auf Datenbanken über mutmaßliche Geldwäscher und Terrorismus-Finanzierer ermöglichen soll. Dies werde Geschwindigkeit und Effizienz des Informationsaustauschs erhöhen und die Fehlerquote reduzieren, sagte Noble bei einer Konferenz im bulgarischen Warna. Das System werde es Ermittlern erlauben, Daten wie Unternehmensnamen, Telefonnummern und Adressen mit den Eintragungen der 186 Interpol-Mitgliedsländer abzugleichen.

Die üblichen Verdächtigen
In Interpol-Datenbanken sind mehr als 11.500 mutmaßliche Terroristen und 15 Millionen verlorene oder gestohlene Dokumente verzeichnet, wie sie häufig von potenziellen Extremisten zum Reisen benutzt werden. (apa/red)

31.5.2007 17:11