Samstag, 2. Juni 2007

Kein Ende des Gemetzels im Irak: 8 Tote bei Beschuss von Bagdader Sunnitenviertel

  • Zuvor Kinder bei Anti-Terroreinsatz getötet

Beim Beschuss eines sunnitischen Viertels in Bagdad sind mindestens acht Zivilpersonen ums Leben gekommen. Mindestens 25 Menschen erlitten Verletzungen. Die US-Streitkräfte beschlagnahmten zudem ein Waffenarsenal in der irakischen Hauptstadt. Zuvor waren bei einem Einsatz von US-Soldaten gegen mutmaßliche Extremisten drei Kinder ums Leben gekommen.

Unter den Todesopfern in dem sunnitischen Viertel waren mindestens eine Frau und ein Kind, wie ein Polizist erklärte. Im Stadtteil Fadhil schlugen Mörsergranaten ein und fünf Gebäude wurden beschädigt. Im sunnitischen Viertel Amarija galt weiter ein Ausgehverbot.

Die US-Streitkräfte meldeten den Tod eines weiteren Soldaten, der bei der Explosion eines am Straßenrand versteckten Sprengsatzes ums Leben kam. Damit wurden im Mai mindestens 127 US-Soldaten getötet, es war der dritt-tödlichste Monat für die amerikanischen Streitkräfte seit Beginn des Irak-Kriegs im März 2003.

Bei dem Einsatz gegen mutmaßliche Extremisten kamen drei Kinder ums Leben, als Soldaten auf drei Männer schossen, die offenbar einen Sprengsatz auf einer Straße nahe Falluja deponieren wollten. Ob die Kinder im Alter von sieben, neun und elf Jahren von Kugeln getroffen oder bei der Explosion des Sprengstoffes getötet wurden, war unklar. Die verdächtigen Männer hätten flüchten können.

Die US-Armee beschlagnahmte ein umfangreiches Waffenarsenal und verhinderte damit vermutlich weitere Raketenangriffe auf die Grüne Zone in der irakischen Hauptstadt. Das Versteck mit 23 Raketen wurde nach Angaben in einem Viertel entdeckt, das von der Miliz des radikalen Predigers Sadr, der so genannten Mahdi-Armee, kontrolliert wird. Unter den Toten sei auch der Kommandant der Einheit, hieß es.

(apa/red)

2.6.2007 17:20