Mittwoch, 30. Mai 2007

Chinas Geheimnis aus Jade

  • Das Rätsel des Wu: Wie starb jener König, der im Jadepanzer beerdigt wurde?

Chinas Blütezeit: Eine faszinierende Ausstellung in der Kunsthalle Leoben.
Gold & Jade. Tod durch Gift, Begräbnis in Eile – die Leobener Schau löst den Krimi des alten China.

Es war eine seltsame Prozession, die da durch die unterirdische Grabanlage zog. Hektisch, versteckt in der Dunkelheit – eines chinesischen Königs, der sein Reich zu Wohlstand und Frieden geführt hatte, nicht würdig.

Doch Liu Wu, jener Regent, der hier bei Nacht und Nebel heimlich beerdigt wurde, war grandios gescheitert. Aufgelehnt hatte er sich, der Provinzkönig, gegen den mächtigen Han-Kaiser Han Jingdi. Aber die Rebellion endet im Desaster. Liu Wu trinkt Gift, um sein Gesicht zu wahren und der ärgsten aller Strafen, der Kastration, zu entgehen. In aller Eile wird das Begräbnis arrangiert – in einem prachtvollen Mausoleum, das der luxusverliebte König bereits im ersten Jahr seiner Herrschaft als Abbild seines Prunkpalastes errichten ließ.

Kulturelle Blütezeit Chinas. Die 117 Meter lange und 16 Meter tiefe Grabanlage, die Archäologen 1995 in einem Steinbruch westlich der heutigen Neun-Millionen-Stadt Xuzhou entdeckten, gilt als wichtiges Zeugnis einer der glorreichsten Epochen der Geschichte: Die Herrschaft der Han-Dynastie, die von 206 vor Christus bis 220 nach Christus über ein Reich mit 60 Millionen Einwohner regierte und China zu einer neuen kulturellen Blütezeit verhalf. Noch heute nennen sich die Chinesen in Anlehnung Han-ren – Han-Menschen.

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30.5.2007 15:46