Wärmster Frühling seit Messungs-Beginn: Zwei bis drei Grad über langjährigem Schnitt
- Größter Anteil entfällt auf übermäßig warmen April
- Mai ist neunter ungewöhnlich warmer Monat in Folge

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Nach dem rekordträchtigen Herbst 2006 und dem ganz außergewöhnlich warmen Winter ist nun auch der meteorologische Frühling - er dauert von 1. März bis 31. Mai - in bedeutenden Teilen Österreichs der wärmste seit Beginn der Messungen. In allen Teilen Österreichs werden die Mitteltemperaturen für diesen Frühling überwiegend um zwei bis drei Grad über dem langjährigen Durchschnitt liegen. Den größten Anteil daran hat der besonders warme, sonnige und trockene April. Das gab das Klimaabteilung der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) bekannt.
In Westösterreich wurden die früheren Frühlings-Rekordmittel teilweise weit übertroffen, im Osten und Südosten aber auch knapp verfehlt.
Am 22. März meldete Seefeld mit minus 13,9 Grad die tiefste Temperatur dieses Frühlings, am 25. Mai wurde in Neusiedl/See mit 32,3 Grad die höchste registriert.
Die Niederschlagssumme war mit 80 bis 120 Prozent des langjährigen Durchschnitts in überwiegenden Teilen Österreichs annähernd normal. "Diese Statistik verschleiert aber völlig die ungleiche Verteilung der Niederschläge auf die einzelnen Monate, besonders die verbreitet von der letzten Märzdekade bis Anfang Mai dauernde Trockenheit geht in diesen Zahlen unter", erläuterte ZAMG-Klimatologe Helmut Derka.
Im Vergleich der Landeshauptstädte gab es in Eisenstadt die meisten Sonnenstunden, nämlich 765, die wenigsten mit 674 in Graz. Verglichen mit dem langjährigen Durchschnitt führt Linz (751 Sonnenstunden sind 156 Prozent von normal 481), Schlusslicht ist Klagenfurt mit 126 Prozent (695 Stunden statt normal 550). In Wien wurden 754 Sonnenstunden (146 Prozent von normal 517) gezählt.
Der Mai mit Monatsmittel von 1,5 bis 2,5 Grad über den Normalwerten findet laut Derka als neunter überdurchschnittlich warmer Monat in ununterbrochener Reihe einen Platz in der Liste klimatischer Besonderheiten. Nur noch drei Folgen zu warmer Monate sind in der 1775 beginnenden Wiener Temperaturreihe zu finden, und zwar zwischen 1973 und 1822, danach nicht mehr. Von Juli 1793 an gab es 13 überdurchschnittlich warme Monat, ab April 1797 sogar 18 und von September 1821 an 15 Monate.
| Die vorläufigen Werte der Landeshauptstädte: | ||
| Frühling 2007 | bisheriger Rekord /Jahr | |
| Bregenz | 11,6 | 10,9/2000 |
| Innsbruck-Flh. | 11,3 | 10,4/2000 |
| Salzburg-Freisaal | 11,5 | 11,3/2000 |
| Linz | 12,6 | 11,8/2000 |
| St. Pölten | 11,8 | 12,1/1946 |
| Wien-Hohe Warte | 12,6 | 12,5/2000 |
| Eisenstadt | 12,6 | 12,4/2000 |
| Graz-Univ. | 12,2 | 12,4/1872 |
| Klagenfurt | 11,3 | 11,2/1920 |
(apa)
