Donnerstag, 31. Mai 2007

Nationalbank hat 2006 weniger verdient: Geschäftliches Ergebnis 193 Mio. Euro

  • Bund erhält mit 178 Millionen Euro rund 92 Prozent
  • Aufwendungen blieben praktisch unverändert

Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) weist für das Geschäftsjahr 2006 ein deutlich geringeres geschäftliches Ergebnis vor Steuern aus als im Vorjahr. Die Betriebsleistung fiel mit 428 Mio. Euro (nach 496 Mio. Euro) zwar ähnlich gut wie 2005 aus, die Abdeckung von allgemeinen Währungsrisiken erforderte allerdings die Dotierung einer Rückstellung von 235 (2005: acht) Mio. Euro.

Die Bank verdiente jedoch auch ohne Berücksichtigung der Dotierung mit 428 Mio. Euro weniger als 2005, als das geschäftliche Ergebnis 496 Mio. Euro betragen hat. Dies teilte die OeNB mit. Unterm Strich weist die Nationalbank mit 193 Mio. Euro ein um zwei Drittel niedrigeres Geschäftsergebnis aus als 2005 (488 Mio. Euro). Das ist zugleich das schwächste Ergebnis seit zumindest Anfang der 1980er Jahre. Im Jahr 2000 gab es mit 1,69 Mrd. Euro das bisher beste Ergebnis der Nationalbank.

Die Notenbankspitze wünscht sich, künftig nicht mehr zu so hohen Aussschüttungen gezwungen zu sein wie jetzt. Das hieße, dass der Bund seine Gewinnaussschüttungsansprüche zurücksschrauben müsste. Das meinte OeNB-Gouverneur Liebscher am Donnerstag. Nach bisherigen Informationen von Liebscher gehe die Nationalbank in diesem "zweifellos einem besseren Jahr entgegen".

Der Bund erhält mit 178 Mio. Euro rund 92 Prozent des Geschäftsergebnisses, wovon 48 Mio. Euro auf die Körperschaftsteuer und 130 Mio. Euro auf den 90-prozentigen Gewinnanteil nach Steuern entfallen.

Die OeNB verkaufte 2006 im Rahmen des Goldabkommens fast 14 Tonnen Gold und realisierte daraus Kursgewinne. Per Jahresende betrug der Goldbestand 289 Tonnen mit einem Marktwert von 4,5 Mrd. Euro. Auch in den kommenden Jahren werde die Nationalbank "moderater" Abgeber von Gold sein, sagte OeNB-Direktor Zöllner.ringerte sich der Personalstand um 16 auf 932 Personen. (apa/red)

31.5.2007 17:36