Montag, 4. Juni 2007

Arbeiten am Lainzer Tunnel gehen weiter: Aktueller Bescheid gibt wieder Grünes Licht

  • Nur wenige Tage nach Aufhebung durch den VwGH
  • Höhere Schutzklasse für umstrittene Tunnelbereiche

Am Lainzer Tunnel der ÖBB in Wien kann früher als erwartet weitergebaut werden. Nicht einmal eine Woche nach der Aufhebung der Baubewilligung durch den Verwaltungsgerichtshofes hat das Verkehrsministerium einen neuen Bescheid für den 6,6 Kilometer langen Hauptabschnitt des Eisenbahntunnels erlassen.

Die unterirdische Verbindung zwischen West- und Südbahn wird demnach von der ÖBB-Infrastruktur Bau AG in allen strittigen Bereichen freiwillig nach einer höheren Schutzklasse errichtet.

Der Zeitplan für den Tunnel sei damit weiter zu halten, hieß es im Ministerium. Der Durchstich soll wie gehabt 2008 erfolgen, die Fertigstellung des Gesamtprojekts 2013.

Allein jeder Stehtag hätte Kosten von 30.000 Euro verursacht, womit sich die gewählte Vorgangsweise innerhalb von zehn Tagen amortisiere, so der Sprecher von Verkehrsminister Werner Faymann. Anlass für den Konflikt um den Tunnel waren Anrainer-Einsprüche. Sie hatten Schäden an ihrem Häusern im Falle einer Tunnelkatastrophe befürchtet und entsprechende Gutachten vorgelegt.

Der Lainzer Tunnel ist Teil der Verbindungsstrecke zwischen Westbahn und Süd- bzw. Donauländebahn, die auch für einen sinnvollen Betrieb des geplanten Wiener Hauptbahnhofs notwendig ist. Die Gesamtkosten bezifferte die ÖBB-Infrastruktur Bau AG zuletzt mit 1,3 Mrd. Euro.

Nach der bisher für 2013 angepeilten Fertigstellung sollen pro Tag rund 160 Züge den Tunnel passieren. Die gesamte Neubaustrecke ist 12,8 Kilometer lang.

An den Lainzer Tunnel schließt direkt der 13,5 Kilometer lange Wienerwaldtunnel als Teil der Neubaustrecke der Westbahn nach St. Pölten an.

(apa/red)

4.6.2007 12:56