Hickersberger kritisiert Team nach 0:1-
Pleite: Umstellungen vs. Paraguay geplant
- "Enttäuscht, weil wir schlecht gespielt haben"
- Teamchef mit Sturm-Duo Linz/Haas unzufrieden
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2007 Geschichte. 2008 wartet u.a. Deutschland
Abseits der unrühmlichen Ereignisse auf der West-Tribüne ist im Hanappi-Stadion auch noch Fußball gespielt worden - und das von österreichischer Seite relativ schlecht. Teamchef Hickersberger hatte ein Jahr vor der EURO 2008 auf eine Steigerung und damit auf das Entfachen einer EM-Euphorie gehofft, was blieb, war eine ernüchternde 0:1-Niederlage gegen Schottland.
"Wir haben in den letzten Monaten Fortschritte gemacht, gegen Schottland aber nicht, weil wir das, was wir uns vorgenommen hatten, nicht umgesetzt haben", lautete Hickersbergers Analyse. Zwar wollte der Niederösterreicher nicht ausschließen, dass die Schmähungen einiger Personen gegen Kapitän Andreas Ivanschitz Auswirkungen auf die Mannschaftsleistung gehabt haben könnten, als Ausrede ließ er dies aber nicht gelten. "Drei, vier Spieler" wären ein Ausfall gewesen, "das konnten einige Spieler, die gut waren, nicht kompensieren."
Kritik an Stürmern
Lobend äußerte sich Hickersberger neben Ivanschitz auch über Team-Debütant Jürgen Patocka, Joachim Standfest, Jürgen Säumel und Christoph Leitgeb. Nicht seinen Erwartungen entsprochen haben dagegen unter anderem Rene Aufhauser ("Er war leer") sowie die beiden Stürmer Roland Linz und Mario Haas. "Wir werden im Offensivspiel zu wenig gefährlich, das liegt auch an den Spitzen", meinte der 59-Jährige, dessen Elf ihre zwei Treffer in diesem Jahr durch Mittelfeldspieler (Ivanschitz, Aufhauser) aus Standard-Situation erzielte. Außerdem bemängelte "Hicke", dass die Angreifer zu weit von einander entfernt standen, womit etwa weite Bälle auf das Sturm-Duo wirkungslos verpufften.
Doch nicht nur im Angriff, sondern auch in den übrigen Mannschaftsteilen funktionierte die Raumaufteilung nicht wie gewünscht. "Da hat es viele Fehler gegeben. Wir waren viel zu nachlässig beim Verschieben und haben die Räume zu groß werden lassen", so Hickersberger. Auch die Distanz zwischen Sturm und Mittelfeld war nach dem Geschmack des Teamchefs zu groß.
Hicke unzufrieden mit Ballbehauptung
Hickersberger fand noch weitere Kritikpunkte. "Wir haben es nicht geschafft, lange im Ballbesitz zu bleiben und haben zu viele lange Bälle nach vorne gespielt. Der Spielaufbau von hinten heraus hat nicht funktioniert, es gab zu viele leichte Ballverluste und dadurch auch nur wenige Phasen, in denen wir Druck ausüben konnten."
Halbwegs zufrieden war der Coach nur mit jenen knapp 15 Minuten zwischen dem Beginn der zweiten Hälfte und dem Gegentor. "Da hat das Kombinationsspiel funktioniert und wir sind zu Chancen gekommen. Wir haben insgesamt einige gute Chancen gehabt, aber alle vergeben." Er sei "enttäuscht, weil wir keine gute Leistung geboten und verloren haben, dennoch richten wir den Blick nach vorn."
Zwar ist es laut Hickersberger schwierig, die aktuellen Schwächen in kurzer Zeit auszumerzen, "aber wir wissen wenigstens, woran wir arbeiten müssen." Im Hinblick auf die Heim-EM versprach er: "Wir wollen ein Fußball-Fest feiern, und die Mannschaft wird alles dafür tun, um bei der EURO gute Spiele abzuliefern."
Schotten als Vorbild
Immerhin hätten auch die Schotten binnen kurzer Zeit eine bemerkenswerte Entwicklung hinter sich gebracht. "Wir haben auch das Potenzial der Schotten, wir werden auch so eine Steigerung schaffen, aber dazu brauchen wir einen echten Heimvorteil. Gegen Schottland hatten wir den nur teilweise, da ist es schwierig. Wenn der Funke überspringt wie zum Beispiel in Innsbruck gegen die Schweiz, ist einiges möglich", erklärte Hickersberger und ergänzte: "Es hat selten eine Nationalmannschaft gegeben, die von ganz Österreich geschätzt und geliebt wurde."
Dass Markus Katzer im Finish mit einem Kopfball nur die Latte traf und das ÖFB-Team damit zum zweiten Mal nach dem späten 1:1-Ausgleich der Ghanaer von Fortuna verlassen wurde, lag Hickersberger nicht sonderlich im Magen - schließlich könnte sich das Blatt in einem Jahr wenden. "Ich bin froh, dass wir jetzt in zwei Spielen in der Schlussphase Pech gehabt hatten, denn wir werden bei der EURO alles Glück dieser Fußball-Welt brauchen."
Vorläufig muss sich das Team aber mit Paraguay beschäftigen. "Unser Ziel ist es, eine bessere Leistung zu bieten und zumindest ein Unentschieden zu erreichen", so die Marschroute des Teamchefs. "Hicke" plant gegen die Südamerikaner, einige Umstellungen vorzunehmen, so könnte etwa Roland Linz als einzige Spitze agieren. Im Tor dürfte diesmal Jürgen Macho stehen, außerdem kehrt wohl Abwehrchef Martin Stranzl zurück.
(apa/red)










