"Fortschritte, aber noch nicht in Form":
Kapitän Ivanschitz zu Schottland & EURO
- Sammelte bei Panathinaikos wichtige Erfahrungen
- Plädiert für verstärkte Nachwuchsarbeit in Österreich
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Vom ersten Champion UdSSR bis Griechenland
Vor zwei Wochen hat Andreas Ivanschitz mit seinem Klub Panathinaikos die Meisterschaft beendet, mehr als eine kurze Erholungsphase war für den Teamkapitän aber bisher noch nicht drin. Der Burgenländer absolvierte gemeinsam mit Stars wie Ronaldinho oder Miroslav Klose Werbe-Aufnahmen für das Computerspiel "FIFA 08". Deswegen versäumte er sogar die Live-Übertragung des Champions-League-Finales, dafür will der Mittelfeldspieler bei den EURO-Testspielen gegen Schottland und Paraguay im Bilde sein. Mittlerweile im ÖFB-Camp in Lindabrunn angekommen, sprach Ivanschitz, der auch in der kommenden Saison von Red Bull Salzburg an Panathinaikos verliehen ist, im Interview mit der APA über die bevorstehenden Länderspiele, seine Eindrücke aus Athen und seine Rückkehr ins Hanappi-Stadion.
APA: Wie lautet Ihre Bestandsaufnahme rund ein Jahr vor der EURO 2008?
Ivanschitz: "Wir haben, seit Teamchef Hickersberger im Amt ist, Fortschritte und auch gegen größere Gegner gute Figur gemacht, aber wir wissen alle, dass wir noch nicht in der Form sind, die wir gerne bei der EURO hätten. Wir haben noch ein Jahr, in dem wir viele Spiele haben und dann besser eingespielt sein werden."
APA: Was hat sich die österreichische Nationalmannschaft für die Partien gegen Schottland und Paraguay vorgenommen?
Ivanschitz: "Die Saison ist für die meisten vorbei, jetzt heißt es noch einmal Kräfte mobilisieren und mit Ernst und Konzentration ins Training gehen. Wir wissen ganz genau, dass jedes Länderspiel sehr wichtig ist, weil es auch die Chance bietet, den Fans zu zeigen, dass wir Schritte nach vorne machen."
APA: Schottland ist derzeit Weltranglisten-14., Österreich 77. Spiegelt dies das wahre Kräfteverhältnis wider?
Ivanschitz: "Ich kenne nicht den Modus, wie die Rangliste erstellt wird, aber ich denke nicht. Die Schotten haben sich zuletzt gut präsentiert und stehen auf der besten Position in der Geschichte, das sind schon Anzeichen, dass man Respekt haben muss. Aber die Schotten sind auch ein Vorbild, wie man sich in kurzer Zeit stark verbessern kann."
APA: Sie spielen Ihr erstes Match seit Ihrem Weggang von Rapid im Hanappi-Stadion. Bei Ihrer Rückkehr im Vorjahr mit Salzburg sind Sie auf der Ersatzbank mit einem Pfeifkonzert begrüßt worden. Droht nun eine ähnliche Situation?
Ivanschitz: "Das ist ein anderes Spiel, denn ich komme mit der Nationalmannschaft, nicht als Gegner. Schottland und Paraguay sind die Gegner."
APA: In der Saison 2003/04 wurden Sie Teamkapitän, in der Saison 2004/05 Meister, in der Saison 2005/06 spielten Sie in der Champions League und zuletzt erstmals im Ausland. Welche dieser Erfahrungen hat Sie am meisten geprägt?
Ivanschitz: "Wenn man Titel holt, ist das natürlich etwas, das verankert ist, das bleibt. Bei Rapid bin ich groß geworden und habe eine wunderschöne Zeit erlebt. Für meine Entwicklung war aber jede Station wichtig. Ich bin jetzt weiter und reifer als bei Rapid. Die Zeit bei Panathinaikos war wichtig, um zu probieren, mich im Ausland durchzusetzen, vielleicht nicht in einer europäischen Top-Liga, aber bei einem großen, namhaften Verein, der in Europa präsent ist."
APA: Welche Erfahrungen haben Sie in Athen gesammelt?
Ivanschitz: "Man merkt, dass Panathinaikos ein Top-Klub in Europa und hervorragend geführt ist. Ich habe mich in dem Jahr sehr wohl und nicht als Außenstehender gefühlt, sondern gleich versucht, einen guten Eindruck zu hinterlassen, und das ist gut gelungen. Jetzt heißt es, das im nächsten Jahr zu bestätigten."
APA: Welchen Eindruck haben Sie aus der Ferne über die Ereignisse in der jüngsten Bundesliga-Saison bekommen?
Ivanschitz: "Ich bin nicht in der Position zu sagen, das was passiert ist, ist gut oder schlecht. Nach außen hin macht das Ganze kein gutes Bild, keine Frage. Aber wenn jetzt ein Schnitt gemacht wird und genauer kontrolliert wird, profitiert der österreichische Fußball, sollten die Vereine gesund werden und nicht Millionen in ausländische Spieler, sondern in den Nachwuchs investieren. Viele Legionäre sind eine Bereicherung in der Liga, aber nicht die durchschnittlichen, die den Jungen den Platz wegnehmen."
APA: Sollten sich die österreichischen Vereine davon verabschieden, im Europacup eine wichtige Rolle spielen zu wollen?
Ivanschitz: "Vielleicht ist die Erwartungshaltung zu groß. Man möchte schnell Erfolg, das geht meistens schief. In seltenen Fällen geht es gut, da hat man kurzzeitigen Erfolg, aber auf Dauer wird es wahrscheinlich irgendwann zusammenbrechen. Da ist eher gefragt, längerfristig zu planen und auf den eigenen Nachwuchs zu setzen."
APA: Würden Sie einem jungen österreichischen Spieler raten, ins Ausland zu gehen?
Ivanschitz: "Raten werde ich es niemandem, ich kann einfach nur schildern, wie es ist. Du kommst aus deiner gewohnten Umgebung raus, du kommst in eine fremde Kultur und zu fremden Menschen, du musst neue Freundschaften knüpfen. Diese Erfahrung könnte jedem gut tun und wird auch niemandem schaden. Wenn jemand die Möglichkeit hat und ein gutes Angebot vorliegt, sollte man den Schritt wagen und auch etwas riskieren. Aber ich kann nur Tipps geben, das muss jeder für sich selbst wissen." (apa/red)










