Schottland laut FIFA so stark wie noch nie: Insel-Kicker auf Rang 14 in Weltrangliste
- Haben gute Chancen auf Teilnahme bei EURO 2008
- "Tartan Army" im Anmarsch auf Helfort-Platz in Wien
Glaubt man der FIFA-Weltrangliste, dann ist Österreichs Testspiel-Gegner Schottland derzeit so stark wie nie. Im jüngsten Ranking haben die Insel-Kicker mit Rang 14 ihr Allzeit-Hoch erreicht, was auf die guten Leistungen in der laufenden EM-Qualifikation zurückzuführen ist.
Trotz Gegnern wie den beiden WM-Finalisten Frankreich und Italien sowie WM-Viertelfinalist Ukraine liegen die Schotten, die sich gegen den aktuellen Ranglisten-77. Österreich für die EURO-Quali-Auswärtspartie gegen die Färöer am 6. Juni aufwärmen, in Gruppe B auf Rang zwei, nachdem sie in den Jahren zuvor Misserfolg um Misserfolg eingefahren hatten.
Eingeleitet wurde die Renaissance von Walter Smith, der 2004 den glücklosen Teamchef Berti Vogts beerbte. Unter dem Deutschen hatten die Schotten als Weltranglisten-88. einen historischen Tiefstand erreicht, mit Smith ging es allerdings wieder bergauf. Zwar verließ der Coach das Nationalteam im vergangenen Jänner und wechselte zu den Glasgow Rangers, doch sein Nachfolger Alex McLeish schaffte mit dem 2:1 gegen Georgien als erster Teamchef seit Jock Stein 1978 einen siegreichen Einstand und hielt die Auswahl um Stürmer Kenny Miller damit auf Kurs Richtung Österreich und Schweiz, auch wenn die darauf folgende Partie in Italien 0:2 verloren ging.
Schotten schieden bei WM & EM bereits in erster Runde aus
Sollte sich Schottland tatsächlich für die EURO 2008 qualifizieren, gilt es einen wohl einmaligen Fluch zu bekämpfen. Achtmal (1954,58,74,78,82,86,90,98) waren die Insel-Kicker bei einer WM und zweimal (1992,96) bei einer EM dabei, und jedes Mal hieß es bereits nach der ersten Runde Abschied nehmen - da half es auch nichts, dass sie 1998 mit einem Song von Del Amitri namens "Don't Come Home Too Soon" nach Frankreich geschickt wurden.
Vom Glück waren die Schotten bei ihren Endrunden-Teilnahmen allerdings auch nicht immer begünstigt. Bei der WM 1974, 1978 und 1982 mussten sie ebenso wie bei der EM 1996 ausgerechnet in England nur auf Grund des schlechteren Torverhältnisses die Koffer packen.
Die erste WM-Partie überhaupt verlor Schottland bei der WM 1954 in der Schweiz mit 0:1 gegen Österreich. Daraufhin trat der damalige Teamchef Andy Beattie noch vor dem zweiten Match gegen Uruguay (0:7) zurück, weil ihm der schottische Verband (SFA) für das Turnier nur einen 13 Spieler umfassenden Kader statt eines von der FIFA erlaubten 22-Mann-Aufgebots zugestand.
Schottische Verband zählt zu den renommiertesten der Welt
Wenn sich die SFA bei diesem Turnier auch nicht mit Ruhm bekleckerte - der 1873 gegründete schottische Verband zählt zu den renommiertesten der Welt, ist er doch der zweitälteste nach der englischen FA und stellt so wie England, Wales und Nordirland einen von insgesamt acht Vertretern (die übrigen vier kommen von der FIFA) im International Football Association Board IFAB, das für Regeländerungen im Fußball zuständig ist.
Tradition wird in Schottland, das zwar FIFA- aber nicht IOC-Mitglied ist, auch in punkto Fan-Kultur großgeschrieben. Die so genannte "Tartan Army" hält ihrer Mannschaft schon seit Jahrzehnten auch in Auswärtsspielen in bemerkenswert hoher Zahl die Treue, so werden für die Partie am Mittwoch (20:30 Uhr/live ORF 1) im Wiener Hanappi-Stadion rund 800 Fans von der Insel erwartet.
Während englische Fans zumindest in der Vergangenheit für Randale sorgten, sind die schottischen Anhänger neben ihrer Trinkfestigkeit auch für ihr friedliches Verhalten bekannt. Aus diesem Grund heimste die "Tartan Army" auch schon Fairplay-Preise von FIFA und UEFA ein.
Bei ihren Auswärtsreisen suchen die schottischen Schlachtenbummler mit schöner Regelmäßigkeit Kontakt mit den "gegnerischen" Fans, gegen die sie im Vorfeld der Auftritte ihres Nationalteams Freundschaftsspiele absolvieren. Zuletzt trat eine Auswahl der "Tartan Army" gegen italienische, ukrainische oder litauische Fans an, morgen bekommen es die Schotten auf dem Helfort-Platz im 16. Gemeinde-Bezirk mit einer Wiener Truppe zu tun. (apa/red)










