Mittwoch, 6. Juni 2007

Tiefer Fall des Traditionsklubs: Neutrales Schiedsgericht verweigert Admira BL-Lizenz

  • Achtfacher österreichischer Meister in Regionalliga
  • GAK-Entscheidung fällt nach Formfehler am Freitag

Der erstmalige Abstieg des Traditionsvereins Admira seit Bestehen der Bundesliga in die Drittklassigkeit ist endgültig besiegelt. Auch das Ständige Neutrale Schiedsgericht, die dritte und letzte Instanz, hat den Niederösterreichern die Bundesliga-Lizenz verweigert. Damit löste sich für den achtfachen Meister (zuletzt 1966) und fünffachen Cupsieger (1966) die letzte vage Hoffnung auf den Verbleib in der Red-Zac-Erste-Liga in Luft auf. Nun wird vor allem um die bekannte Nachwuchsakademie der Südstädter gebangt.

Mit Platz 10 in der abgelaufenen Red-Zac-Saison waren die Admiraner sportlich zum Gang in die Regionalliga Ost verurteilt gewesen. Der Verbleib wäre nur dann noch zu Stande gekommen, wenn die Admira die Lizenz doch noch erhalten hätte und der GAK nicht. Formal wurde die Admira ans Tabellenende der Ersten Liga gereiht. Die Bundesliga hatte der Admira zuvor in erster (Senat 5) und zweiter Instanz (Protestkomitee) die Lizenz verwehrt.

Die Überraschung bei Liga-Vorstand Georg Pangl hielt sich in Grenzen: "Angesichts der Tatsache, dass dem Klub seit 2004 jährlich die Lizenz in erster Instanz bzw. im Vorjahr auch in zweiter Instanz verweigert werden musste, kommt es nicht überraschend, dass heuer auch die Klage beim Schiedsgericht erfolglos blieb. Es gilt nun, schnellstmöglich eine Lösung für die vorbildliche Akademie zu finden, so dass zumindest die Nachwuchsarbeit erfolgreich fortgesetzt werden kann."

Entscheidung über den GAK nach Formfehler vertagt
Die Lizenzentscheidung für den GAK ist auf Grund eines Formalfehlers auf Freitag 20 Uhr vertagt worden. Das Ständige Neutrale Schiedsgericht, eigentlich die dritte und letzte Instanz, hat im Rahmen seiner Sitzung im Wiener Justizzentrum den vom Bundesliga-Protestkomitee im Rahmen des Lizenzierungsverfahrens gegen den GAK gefassten Beschluss wegen eines Formalfehlers für nichtig erklärt. Damals war dem GAK die Lizenz verweigert worden.

Das Protestkomitee, die zweite Instanz des Verfahrens nach dem Senat 5, war nämlich nicht ordnungsgemäß zusammengesetzt und muss daher noch einmal entscheiden. Laut Bundesliga wird nun das Protestkomitee "umgehend eine noch genau festzulegende Sitzung einberufen und erneut entscheiden". Bei Nichterteilung der Lizenz hätte der GAK entsprechend der Bestimmungen wiederum die Möglichkeit, innerhalb von sieben Tagen Klage beim Ständigen Neutralen Schiedsgericht einzubringen.

Baumeister könnte als Trainer abtreten
Admira-Coach Ernst Baumeister meinte: "Vorher haben wir es sportlich nicht geschafft und jetzt auch wirtschaftlich. Da wir ganz normal sportlich abgestiegen sind, wird die Admira kommende Saison in der Regionalliga Ost spielen. Wie es mit der Akademie weiter geht, kann noch keiner sagen. Das entscheidet sich in der kommenden Woche. Ob ich Trainer bleibe, entscheide ich in den nächsten Tagen."

Sollte auch dem GAK die Lizenz entzogen werden, wäre Red-Zac-Absteiger Kapfenberger SV gerettet, auch der Letzte Hartberg dürfte dann noch auf den Erste Liga-Verbleib hoffen. Voraussetzung dafür wäre, dass in der Regionalliga Mitte der derzeitige Zweite FC Wels, der um keine Lizenz angesucht hat, den Meistertitel holt. Sollte sich jedoch Bad Aussee (derzeit Tabellenführer), Feldkirchen (3.) oder Vöcklabruck (4.) durchsetzen, wären die Hartberger abgestiegen. (apa/red)

6.6.2007 11:27