Wenig Euphorie bei Wurz über WM-Punkte: Österreicher wurde fehlerloser 7. in Monaco
- Job erledigt: "Aber mag so passive Rennen nicht"
- Freude bei Toro Rosso über bärenstarken Speed
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Mit den ersten WM-Punkten seit seinem Renn-Comeback bei Williams kehrte Alexander Wurz in Monaco zu Frau und Kindern heim. So cool der Österreicher bisher auf die mageren Ergebnisse und aufkommende Kritik reagiert hatte, so gefasst nahm er Platz sieben beim Heim-GP und die zwei auch mit Geld belohnten WM-Zähler zur Kenntnis. "Endlich den Speed in Punkte umgesetzt. Auch das Team ist happy", sagte er trocken.
Dabei lieferte der Niederösterreicher in dem von Taktik geprägten Rennen eine blitzsaubere Leistung ab. Am Start quetschte er sich an Jenson Button vorbei, im Mittelteil des Rennen spielte Wurz mit vier guten Runden den Vorteil seiner riskanten Einstopp-Strategie aus und überholte die beiden auf zwei Stopps fahrenden Honda von Button und Rubens Barrichello endgültig.
Auch dem mächtig aufholenden Kimi Räikkönen hatte er schnell die Schneid abgekauft. "Ich wusste, dass er irgendwann auftauchen wird und habe in alter Le-Mans-Manier meine Reifen geschont, um etwas gegen ihn in der Hand zu haben", schilderte Wurz. Räikkönen ließ es schnell wieder bleiben. Wurz: "Ohne Fehler kann dich in Monaco sowieso keiner überholen und ich habe diesmal keinen einzigen Fehler gemacht."
Den Job also astrein erledigt, im fünften Rennen nach dem Comeback endlich auch mit WM-Punkten belohnt, aber die ganz große Befriedigung kam beim 33-jährigen Familienvater nicht durch. "Am Ende ist auch Monaco nur ein weiterer Termin im Kalender. Ich mag diese passiven Einstopp-Rennen, in denen dein eigentliches Rennen nur aus vier oder fünf Runden besteht, normalerweise nicht", sprach ganz der Racer aus ihm.
"Platz sieben nimmt sicher keinen Druck weg"
Dass der bisher klar erfolgreichere Teamkollege Nico Rosberg mit Zweistopp-Strategie im dichten Verkehr gleich sieben Plätze verlor und nur 12. wurde, war Wurz keine Befriedigung. Mit der jüngsten Kritik von Niki Lauda habe er auch kein Problem. "Das steht ihm zu. Schön, dass er heute aber auch gratuliert hat. Und wer nie Pech hat, kann nicht von seinem Glück träumen."
In zuvor sechs Jahren als Test- und Ersatzfahrer hatte Wurz bei seinem einzigen GP-Start 2005 in Imola sogar als Dritter gepunktet. Jetzt geht es zum GP von Kanada, mit dem ihn viel verbindet. Hier hat Wurz vor zehn Jahren an Stelle des erkrankten Gerhard Berger sein GP-Debüt gegeben und ein Jahr später einen Dreifach-Überschlag fabriziert.
"Platz sieben nimmt sicher keinen Druck weg und Bann habe ich überhaupt keinen gebrochen", beharrte der Österreicher. Im momentanen Mittelfeld entscheiden Zehntel, ob du 8. oder 18. bist, das wir auch in Montreal so sein", ist Wurz überzeugt. "Aber wir sind jetzt Fünfter vor Red Bull, das ist ein gutes Gefühl."
Freude bei Toro Rosso über bärenstarken Speed
Bei Red Bull durfte in Monaco erstmals überraschend das B-Team von Toro Rosso jubeln. Ausgerechnet "Wackelkandidat" Scott Speed machte dank neuer Teile am Auto im Rennen neun Plätze gut, verpasste als Neunter sogar einen WM-Punkt nur knapp. "Schade, dass niemand mehr ausgefallen ist. Ich hab mir so gewünscht, dass auf meinem Armaturenbrett irgendwann P8 aufleuchtet", sagte der US-Fahrer.
Team-Mitbesitzer Gerhard Berger sah keinen Grund zur Trauer. "Das ist das erste Rennen, nach dem ich nicht sagen muss, es wäre mehr drin gewesen. Eine wirklich starke Leistung von Speed und wichtig für das Team", freute sich der Tiroler und Teamchef Franz Tost lobte den in Salzburg lebenden Amerikaner: "Das war sein bisher bestes Rennen für Toro Rosso."
Der Rest war freilich zum vergessen. David Coulthard fuhr mit seinem Red Bull dem STR von Tonio Liuzzi gleich beim Start ins Heck, bald darauf knallte der waidwunde Toro Rosso des Italieners ohne Reifendruck in die Leitplanken. Der Schotte selbst war danach mit seinem ramponierten RB3 chancenlos und wurde nur 14.
(apa/red)
