Eindeutiger Beweis ist da! ÖSV-Disziplinar- Ausschuss stellte Blutdoping von Perner fest
- Nach Rücktritt aber "nicht mehr in Disziplinargewalt"
- IHRE MEINUNG zum IOC-Rüffel gegen Österreich?

·Ist Schröcksnadel der ÖSV-Sündenbock?
IHRE MEINUNG zum IOC-Rüffel gegen Österreich?
·Nach ÖOC-Sperren: ÖSV berät die Folgen
Jobs von Gandler & Co stehen vor dem Abschuss
·Stickler: Doping-
Sperren gerechtfertigt
Lob für Schröcksnadel nach freiwilligem Rücktritt
·Schröcksnadel nicht mehr ÖOC-Vizeboss
PLUS: 13 ÖSV-Betreuer sind für Olympia gesperrt
·Erklärung ÖOC-Präsident Wallner
KLICKEN: Betrifft den
ÖOC-Sitzungs-Beschluss
·Reaktionen auf die Entscheidung des ÖOC
Überharte Maßnahmen? Betroffene üben Kritik
·Die Funktionen der
13 ÖSV-Betreuer
KLICKEN: Von Gandler bis Peter Baumgartl
·Das wurde bei ÖSV- Athleten gefunden
Auszüge aus dem IOC- Protokoll im Wortlaut
·Auszüge aus IOC-
Urteilsbegründung
Kritik an Verantwortung von ÖOC und ÖSV
Perner war gedopt! Das hat der unabhängige Disziplinar-Ausschuss des ÖSV bekannt gegeben. Die dreiköpfige Kommission (Arnold Riebenbauer, Robert Wallner und Burkhard Thierrichter), die die Dopingaffäre bei den Winterspielen 2006 in Turin untersucht, tagte in Innsbruck acht Stunden und nahm einige Anhörungen vor.
Perners ebenfalls nicht mehr aktiver Biathlonkollege Wolfgang Rottmann stellte sich wie ÖSV-Langlauf- und Biathlon-Sportdirektor Markus Gandler sowie Langläufer Martin Tauber den Fragen der Kommission. Gegenüber dem ORF-Kurzsport bezeichnete Riebenbauer am Abend die lebenslangen Olympia-Sperren, die das ÖOC gegen 13 Betreuer des ÖSV ausgesprochen hatte, als "voreilig". "Es (ÖOC, Anm.) hat keine eigenen Untersuchungen angestellt, keine Verhandlungen, keine eigenen Unternehmungen, das ist ein grober Verfahrensfehler." Der 39-jährige Steirer Perner war wie Riebenbauer für eine Stellungnahme vorerst nicht erreichbar.
Perner und Rottman waren nach den Razzien in Pragelato und San Sicario unerlaubt abgereist, Dopingproben waren negativ ausgefallen, beide haben ihre Karrieren beendet. Die Kommission stellte dazu fest, dass die beiden Athleten "daher nicht mehr der Disziplinargewalt des Ausschusses" unterstünden. Dem ÖSV-Präsidium rät die Kommission den Ex-Athleten Perner "aus dem ÖSV insgesamt auszuschließen." In der Aussendung wurde aber auch darauf hingewiesen, dass Beschuldigte in Disziplinarverfahren vor Sportgerichten Anspruch auf ein faires Verfahren hätten und Vorverurteilungen und Sippenhaftung ohne Beweis einer individuellen Schuld das Recht auf ein faires Verfahren verletzen würden.
Perner war Ende April vom IOC ebenso wie Rottmann und die Langläufer Roland Diethart, Johannes Eder, Jürgen Pinter und Martin Tauber mit lebenslangen Olympiasperren belegt worden. Eder, der wegen einer Kochsalzlösung-Selbstinfusion während der Winterspiele bereits eine vom obersten Sportgericht bestätigte einjährige Sperre abgesessen hatte, ist mittlerweile ebenfalls zurückgetreten.
Schlussfolgerungen von DNA-Experten
Der von Ausschuss beigezogene gerichtsmedizinische Sachverständige und DNA-Experte Dr. Walter Rabl hatte der Kommission seine Schlussfolgerungen mündlich mitgeteilt, ein schriftliches Gutachten soll nach "weiteren Abklärungen" erstellt. Rabl wies bei seiner Stellungnahme vor der Kommission darauf hin, dass die vorliegenden italienischen Gutachten "zahlreiche Fehler und Ungereimtheiten" enthalten. Riebenbauer meinte dazu im ORF, dass "es DNA-Spuren gibt, die nicht unseren Athleten zuordenbar sind."
Der Disziplinarausschuss hatte gegenüber den italienischen Ermittlungsbehörden bereits am 3. Juli 2006 ein Ansuchen um Übermittlung des spurenkundlichen und hämatologischen Gutachtens gestellt. Die wichtigen Beweismittel seien dem Ausschuss erst Anfang Mai 2007 "zur Kenntnis gelangt". Daraufhin wurden die betroffenen Athleten (Perner, Diethart, Eder Pinter, Rottmann, Tauber), für neuerliche Anhörungen vorgeladen.
Die Kommission tagt am 15. Juni erneut und will dort "weitere Athleten und Betreuer mit den neuen Indizien konfrontieren und ihnen Gelegenheit zu Stellungnahme geben". (apa/red)
