Italiener Di Luca gewinnt 90. Giro d'Italia: Letzter Tagessieg geht an Italiener Petacchi
- Di Luca mit 1:55 Minuten Vorsprung auf Andy Schleck
- Gesamt-Dritter: Ebenfalls Italiener Eddy Mazzoleni

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Giro d'Italia 2007
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des 90. Giro d'Italia
Vom Start in Caprera bis zur Ankunft in Mailand
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"The Killer" wurde 1976 in Spoltore geboren
Der Klassiker-Spezialist Danilo di Luca hat mit 31 Jahren zum ersten Mal den Giro d'Italia gewonnen. Nach 21 Etappen ließ der Liquigas-Kapitän den erst 21-jährigen Luxemburger Andy Schleck vom dänischen CSC-Team mit einem Vorsprung von 1:55 Minuten als Zweitplatzierten hinter sich. Rang drei ging ebenfalls an das Veranstalterland - Eddy Mazzoleni vom Team Astana lag 2:25 Minuten hinter dem Gesamtsieger. Die 90. Italien-Rundfahrt war ohne österreichische Beteiligung über die Bühne gegangen.
Den totalen Triumph der Einheimischen machte Sprint-Star Alessandro Petacchi perfekt. Der Milram-Profi feierte in seiner Heimat ein Jahr nach seinem Kniescheiben-Bruch fünf Tageserfolge. Den jüngsten von nun insgesamt 24 auf der Schlussetappe nach 185 Kilometern in Mailand. Petacchi, der sich auch das Sprinter-Trikot sicherte, gewann klar vor Maximiliano Richeze (ARG) und Weltmeister Paolo Bettini (ITA).
Fragezeichen am Ende
Der Giro endete mit einigen Fragezeichen. Der Generalverdacht im Radsport nährte auch Zweifel an den Leistungs-Explosionen des imposanten Führungs-Trios Di Luca, Schleck, der bei seiner ersten Drei-Wochen-Rundfahrt überhaupt gleich auf Rang zwei kam, und Eddy Mazzoleni: Nicht nur, weil der oberste Ermittler des Landes, Ettore Torri, gegen die beiden Italiener bis Jahresende wegen einer vermuteten Doping-Affäre von 2004 Verfahren einleiten will. Bis Mittwoch sollen Analyse-Ergebnisse außerplanmäßiger Kontrollen von di Luca und Mazzoleni vorliegen.
Ohne Schleck wäre dieser Giro komplett zu einer Angelegenheit der Italiener geworden. Noch vor seinem 22. Geburtstag beendete der Luxemburger seine erste dreiwöchige Rundfahrt als Gesamtzweiter. Der ungemein elegante Stilist steht für eine neue Generation von Radprofis. In Italien wurde immer wieder Schlecks "faccia pulita" (unschuliges Gesicht) erwähnt. Es bleibt zu hoffen, dass sich der angehende Star in diesem Metier aller Versuchungen erwehren kann.
Di Luca: "Den Tag werd' ich nie vergessen"
"Ich habe Klassiker gewonnen und die ProTour-Wertung. Aber der Giro-Sieg ist das Größte. Diesen Tag werde ich nie vergessen", sagte Di Luca jubelnd, der in Mailand die Nachfolge des nach seinem Teilgeständnis vorläufig gesperrten Ivan Basso antrat. Mazzoleni, verlobt mit Ivan Bassos Schwester Elisa, gegen die wegen Verstoßes gegen das Arzneimittelgesetz ermittelt wird, soll 2004 wie Di Luca in die Affäre um einen angeblichen Doping-Ring des Mediziners Carlo Santuccione verwickelt sein. Versetzte schon di Lucas konstante Giro-Leistung ins Staunen, gilt das auch für den "peinlichen Mazzoleni", wie "Il Giornale" in Bezug auf dessen Doping-Verstrickungen schrieb.
Obwohl Skepsis angebracht scheint, blicken die Fans und ein Großteil der italienischen Presse vornehmlich durch die rosa-rote Brille. "Di Luca - der Rosarote Imperator", schwelgte die "Gazzetta dello Sport", die das Rennen veranstaltet. "Nach der erzwungenen und schmerzhaften Entthronung Ivan Bassos hat Radsport-Italien einen neuen König gesucht. Doping-Geständnisse aus Deutschland und Dänemark wurden nur als entferntes Gewitter wahrgenommen, das die Frühjahrs-Feier nicht stören sollte.
Das Gesetz der Serie spricht nicht unbedingt für di Luca, der bisher eigentlich als Klassiker-Spezialist ohne herausragende Qualitäten im Hochgebirge galt. Die Sieger der letzten beiden größten Ländertouren hatten nur kurz Grund, unbeschwert zu feiern: Tour-de-France-Sieger Floyd Landis (USA) wurde des Testosteron-Dopings überführt und wartet auf sein Urteil, während di Luca-Vorgänger Basso nach seinem Doping-Teilgeständnis vorübergehend gesperrt ist. Die Aberkennung seines Rosa Trikots von 2006 könnte folgen.
Der nächstjährige Giro d'Italia wird am 10. Mai mit einem Prolog in Palermo beginnen. Anschließend sind zwei Etappen auf Sizilien vorgesehen, ehe der Tross aufs Festland übersetzt. In Palermo wurde schon 1986 zum Giro gestartet.
(apa/red)
