G-8-Gipfel soll globale Klimakatastrophe aufhalten: Merkel will EU-Ziele durchsetzen
- Unnachgiebigkeit in einigen Punkten angekündigt
- Umweltminister nehmen Bush-Vorstoß verhalten auf

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel erwartet vom G-8-Gipfel von Heiligendamm neuen Antrieb für die weltweiten Anstrengungen zur Verhinderung der Klimakatastrophe. "Wenn am Ende des Gipfels Bilanz gezogen wird, wo wir vor dem Gipfel standen und wo wir danach stehen, dann glaube ich, dass wir einen Schritt vorangekommen sein werden." Die Frage, ob in dem Abschlussdokument konkrete Ziele zur Reduktion der Treibhausgase stehen werden, ließ sie offen.
Trotz der scharfen Worte des russischen Präsidenten Wladimir Putin an die Adresse der USA geht sie nicht davon aus, dass der Kreml-Chef auf dem Gipfel eine Blockade- Haltung einnehmen wird. Die Teilnehmer der nächsten Demonstrationen rief die Kanzlerin auf, gegenüber Gewalttätern keine Toleranz zu zeigen.
Nach der Auffassung Merkels hat schon die Aufnahme des Klimathemas auf die G8-Tagesordnung durch die deutsche Präsidentschaft "international viel Bewegung bewirkt". Nach ihren Worten sind die ambitionierten Reduktionsziele der EU die Basis der Bundesregierung in den G-8-Verhandlungen gewesen. Nun gelte es aber, auch mit den übrigen Staaten eine Basis zu finden. Sie zeigte sich zuversichtlich, dass es zu Fortschritten kommen wird.
Auf die Frage, wie diese konkret aussehen werden, wollte sich die Kanzlerin noch nicht festlegen. "Heiligendamm ersetzt nicht Klimaverhandlungen", sagte sie. "Klar ist: An dem Thema Klimaschutz kommt niemand mehr vorbei und wir brauchen nach dem Auslaufen des Kyoto-Protokolls 2012 eine neue weltweite Vereinbarung zum Klimaschutz."
Die Kanzlerin unterstrich die Bedeutung eines intensiveren Dialogs mit den aufstrebenden Schwellenländern, der in Heiligendamm begonnen werden soll. "Viele Leute stellen ganz berechtigt die Frage, ob die G8-Staaten noch alleine die großen Fragen der Welt lösen können, oder ob wir der Tatsache Rechnung tragen, dass zum Beispiel China oder Indien mittlerweile aufstrebende Volkswirtschaften mit hohen Wachstums- und Exportraten sind. Es ist zwar jetzt noch zu früh, die G8-Runde zu erweitern - aber wir brauchen einen permanenten Dialog, der diese Schwellenländer auch aufwertet und ihrem großen politischen Gewicht Rechnung trägt."
Nach Auffassung der Kanzlerin ist auch der Vorwurf unberechtigt, dass sich Industriestaaten mit ihrer Haltung auf dem Gipfel wieder in die afrikanischen Belange einmischen würden. "Wir müssen natürlich darauf achten, dass deutsche Steuergelder auch wirklich bei den Hilfsbedürftigen ankommen", sagte Merkel. "Positiv ist, dass in Afrika ein Prozess in Gang gekommen ist, in dem Länder sich selbst zu dieser guten Regierungsführung verpflichten."
(apa/red)
Norbert Wicki14:21
Der Buwog-MythosDer Schweizer Vermögensberater hatte neben Grasser weitere Kontakte in Österreich
Wikileaks14:25
Rückschlag für AssangeGericht fällt Entscheidung: Internet-Aktivist darf nach Schweden überstellt werden
U-Ausschuss Korruption14:59
Eklat um Tetron-AktenInnenministerium vergaß auf Übermittlung. Befragungen bis auf Weiteres beendet
